Nein würde viel Bitterkeit hinterlassen

Nein würde viel Bitterkeit hinterlassen

Oggi la Luzernerzeitung ha pubblicato una mia intervista a cura di Kari Kaelin

VERKEHR Der Gotthard-Strassentunnel sei für die Tessiner mehr als nur ein Ferientunnel, sagt Regierungspräsident Norman Gobbi. Für ihn steht am 28. Februar der nationale Zusammenhalt auf dem Spiel.

Norman Gobbi, der Kanton Tessin hiess die Alpeninitiative mit 63,8 Prozent gut und verwarf mit 55,7 Prozent Nein-Stimmen die Avanti-Vorlage, die den Bau einer zweiten Röhre vorsah. Ist die Stimmung nun tunnelfreundlicher?
Norman Gobbi: Der Kanton Tessin ist ein überzeugter Befürworter der Verlagerungspolitik. Nur: Das ist nicht Gegenstand der
Abstimmung vom 28. Februar. Wir stimmen über zwei Sanierungsvarianten ab: Können wir einen Sanierungstunnel bauen und so
auch die Sicherheit massiv verbessern, wie dies beispielsweise am Belchentunnel auf der A 2 in diesen Tagen ganz ohne Aufheben und Wehklagen geschieht, übrigens zu Kosten von 156 Millionen pro Kilometer, also rund 30 Prozent mehr, als der Sanierungstunnel am Gotthard kosten würde?

Am Gotthard gibt es aber Sparpotenzial. Der Bau einer Rollenden Landstrasse (RoLa) von Erstfeld nach Biasca und der Betrieb eines Autoverlads von Göschenen nach Airolo kämen deutlich günstiger als die 2,8 Milliarden Franken teure zweite Röhre.
Gobbi: Das ist trotzdem eine schlechte Option. Wollen wir wirklich strassenseitig einen ganzen Kanton während mehrerer Jahre vom Rest des Landes abhängen? Und dafür – je nach Variante – 1,2 bis 2 Milliarden Franken für provisorische Verladestationen
ausgeben, die nach der Sanierung wieder abgerissen werden müssen? Die Regierung des Kantons Tessin unterstützt den Sanierungstunnel unter anderem auch darum, weil die Sanierungsvariante mit einer RoLa einen Teil der Güterzüge aus dem
Basistunnel auf die bestehende Bergstrecke verdrängt. Oder anders formuliert: Die Variante ohne zweiten Tunnel sabotiert
die Verlagerungspolitik und behindert den Neat-Basistunnel, nicht umgekehrt.

Viele Tessiner Politiker vermitteln den Eindruck, der Kanton stehe geschlossen hinter dem zweiten Tunnel. Dabei kämpfen prominente Tessiner wie Clown Dimitri, der vom Ja- ins Nein- La ger wechselte, gegen das Projekt.

Gobbi: Es ist normal, dass die Debatte im Kanton Tessin besonders heftig geführt wird. Für uns ist der Gotthard-trassentunnel
nicht nur ein Ferientunnel. Er gehört zu unserem Alltag. Wir sind unmittelbar von diesem Entscheid betroffen. Die Zahlen
sprechen jedoch eine deutliche Sprache: Vier von fünf Staatsräten unterstützen den Sanierungsvorschlag des Bundesrates,
ebenso zwei Drittel des Kantonsparlaments, neun von zehn Bundesparlamentariern und gemäss erster SRG-Umfrage 76 Prozent der Tessiner Bevölkerung.

Auch bürgerliche Politiker wie Moreno Colombo (FDP), Stadtpräsident von Chiasso, lehnen einen weiteren Tunnel ab. Sehen Sie nicht auch die Gefahr, dass der Kanton Tessin in einer Verkehrslawine erstickt, es mehr Staus an der Grenze zu Italien gibt und sich die Luftqualität verschlechtert?
Gobbi: Die Sanierungsvariante des Bundesrates am Gotthard abzulehnen, weil man Mehrverkehr in Mendrisio fürchtet, ist reine Symbolpolitik. Nur ein Teil des Verkehrs in Mendrisio kommt oder geht Richtung Gotthard. Und die Sanierungsvariante des Bundesrates sieht keine Kapazitätserweiterung vor. Eine solche ist für die Sanierung des bestehenden Tunnels gar nicht notwendig. Die Debatte verläuft nicht zwischen rechts und links: Auch Sozialdemokraten wie die ehemalige Staatsrätin Patrizia Pesenti oder Gewerkschafter wie der langjährige Unia-Co-Präsident Renzo Ambrosetti unterstützten die Variante des Bundesrates.

Welche Gefahr droht denn dem Kanton Tessin Ihrer Ansicht nach, wenn das Volk eine zweite Röhre ablehnt?

Gobbi: Wir stünden vor einem Scherbenhaufen. Während mindestens zehn Jahren bestünde Unsicherheit über die Stabilität
und effektive Kapazität des Verkehrsmanagements während der mehrjährigen Sanierung. Noch nie haben wir in der Schweiz eine so riesige und komplexe RoLa realisiert. Diese langjährige Unsicherheit wäre Gift für die Wirtschaft meines Kantons: Wer soll in einem solchen Umfeld noch investieren? Für viele Betriebe in der Leventina wäre eine langjährige Schliessung des Tunnels der Todesstoss. Der Tourismus würde auch massiv leiden: Weit über die Hälfte unserer Feriengäste kommen mit dem Auto
ins Tessin. Busse und Camper können wahrscheinlich nicht verladen werden.

Sie malen schwarz.

Gobbi: Mitnichten. Die grösste Gefahr sehe ich für den nationalen Zusammenhalt. Kein Landesteil der Schweiz wäre bereit, während Jahren auf eine Strassenverbindung mit dem Rest des Landes zu verzichten. Kann man den Gubrist schliessen unter
Verweis auf die hervorragende S-Bahn und den neuen Tiefbahnhof in Zürich? Oder den Sonnenbergtunnel in Luzern, den man ja
auch viel billiger hätte sanieren können, wenn man den Verkehr einfach auf die Kantonsstrasse umgeleitet hätte, anstatt
teure Nachtarbeit anzuordnen? Und am Belchen auf der A 2 bauen wir nun für rund 30 Prozent höhere Kilometerkosten als am Gotthard einen dritten Tunnel, sodass der Verkehr nicht behindert wird durch eine einspurige Verkehrsführung während der Sanierung. Kurz: Eine Ablehnung des Sanierungsvorschlages des Bundesrates würde im Kanton Tessin als schwer verständliche Ungleichbehandlung empfunden und viel Bitterkeit hinterlassen.

Aber mit der RoLa von Erstfeld nach Biasca und dem Autoverlad von Göschenen nach Airolo bleibt der Kanton Tessin permanent
erreichbar. Genügt das nicht?

Gobbi: Natürlich wird man irgendwie im Notfall eine Verbindung herstellen können. Aber wir sind nicht mehr in den 70er-Jah ren. Der Kanton Tessin ist wie alle anderen Kantone auch angewiesen auf eine funktionierende Anbindung an den Rest des Landes auf Strasse und Schiene: Die beiden Verkehrsträger ergänzen sich. Wir dürfen sie nicht gegeneinander ausspielen.
Es ist nicht einzusehen, warum nur der Kanton Tessin plötzlich während Jahren auf eine Strassenverbindung verzichten
sollte, die zu unserem Alltag gehört. Betrieb und Unterhalt der Nationalstrassen seien so durchzuführen, dass «ein sicherer und flüssiger Verkehr gewährleistet» und «die Verfügbarkeit der Strasse möglichst uneingeschränkt » bleibe, schreibt Artikel 49 des Nationalstrassengesetzes vor. Das sollte im ganzen Land gelten, zumal ja eine Sanierungslösung vorliegt, die ein Kosten-Nutzen-Profil vorweist, das absolut vergleichbar ist mit vielen anderen Sanierungsprojekten auf dem Nationalstrassennetz.

Weshalb soll ein Westschweizer einen zweiten Tunnel am Gotthard befürworten?
Gobbi: Ich freue mich sehr über die Westschweizer: Es wäre einfach gewesen, in dieser Kampagne negative Stimmung zu machen gegen einen Tunnel, den man selten nutzt. Stattdessen wird die Sanierungsvariante des Bundesrates in der Westschweiz von vielen namhaften Politikern mit Engagement und Verve verteidigt. Sie tun dies, weil sie überzeugt sind, dass wir der Infrastruktur im ganzen Land Sorge tragen müssen, nach gleichen Werten und Kriterien, und dass dies eine Investition in die Wirtschaftskraft und den Zusammenhalt unseres Landes ist. «Unus pro omnibus, omnes pro uno» (Einer für alle, alle für einen) steht auf der Bundeshauskuppel. Merci, Romandie!

Il risanamento del Gottardo tra miti e leggende

Il risanamento del Gottardo tra miti e leggende

Un mio articolo d’opinione pubblicato su LaRegione del 10 febbraio 2016

Nelle ultime settimane si è infiammato il dibattito sul tema del risanamento del tunnel autostradale del San Gottardo. Non poteva essere altrimenti per un massiccio mitico che risveglia da sempre forti emozioni nell’animo dei cittadini svizzeri e in particolare di noi ticinesi, poiché “la via delle genti” rappresenta un pilastro imprescindibile della coesione nazionale. Benché sia naturale e salutare che il dibattito politico si sviluppi attorno a due schieramenti opposti e parecchio agguerriti, è fondamentale che l’analisi politica – e di conseguenza il voto – si concentri su fatti certi e accertabili, senza lasciarsi trascinare da racconti di fantasia.

La prima leggenda, vero e proprio cavallo di battaglia dei contrari al risanamento, profetizza che lo stesso aumenti la capacità della galleria autostradale e con essa il traffico sulle strade. Ma questo non accadrà! La Costituzione svizzera e le nostre leggi, infatti, lo proibiscono. Come previsto dalle attuali norme di sicurezza sia stradali che ferroviarie, i veicoli viaggeranno finalmente su una sola corsia all’interno dei due tunnel separati fisicamente (chi di noi non ha mai gettato uno sguardo preoccupato sulla corsia in senso contrario?). Io stesso, abitando alle radici del San Gottardo, sarei il primo a oppormi a strade e autostrade maggiormente trafficate, e come me molti altri concittadini, leventinesi e non. Se poi le future generazioni vorranno modificare la capacità della galleria, dovranno lanciare un’iniziativa popolare, raccogliere le firme necessarie e ottenere poi la maggioranza di consensi della popolazione e dei Cantoni. Verrebbe da dire: è il sistema elvetico, bellezza! Il nostro segreto, la nostra grande forza. Per questo mettere in dubbio la certezza di questa procedura significa svilire l’essenza stessa della nostra – invidiata – democrazia diretta.

La seconda leggenda narra che votare “no” al risanamento migliorerà la situazione viaria nel Sottoceneri. Anche questo però non accadrà! Le code e gli intasamenti giornalieri sulle strade del Mendrisiotto e del Luganese sono direttamente legati al traffico interno e transfrontaliero, che negli ultimi dieci anni è raddoppiato fino a raggiungere oltre 50mila veicoli al giorno. A questo proposito il Consiglio di Stato si sta impegnando per cercare soluzioni volte a diminuire il traffico a sud del Ticino, ben consci che il problema non giunge dal San Gottardo.

La leggenda numero tre sostiene che, in fondo, “la situazione non è grave come ci dicono, il risanamento del San Gottardo non è necessario”. Chi lo afferma probabilmente sottovaluta che un’infrastruttura realizzata negli anni 70 del secolo scorso non può più garantire gli attuali standard di sicurezza. I fatti dicono infatti che servono interventi sostanziali, da eseguire comunque al più tardi entro il 2035. In politica occorre tuttavia essere pragmatici e previdenti, anticipando gli eventi proprio perché è lo stesso Ufficio federale delle strade che sottolinea come sia sufficiente un incidente grave per generare un incendio che da solo potrebbe accelerare il sensibile peggioramento infrastrutturale, imponendo un brusco anticipo della chiusura totale. Bocciare il progetto del Consiglio federale significa spingere il nostro Cantone nelle mani dell’incertezza.

Leggenda numero quattro, “ça va sans dire”, i soldi. In termini finanziari, i contrari hanno escogitato alternative miracolose, in grado di farci risparmiare parecchi soldi. In realtà, invece, costruire un secondo tunnel significa investire 2,8 miliardi di franchi per una soluzione definitiva – quindi lungimirante – ai futuri risanamenti, necessari ogni 30-40 anni. L’“autostrada viaggiante”, per contro, ci farebbe spendere 1,7 miliardi per ogni risanamento, poiché dovrà essere ricostruita a nuovo e poi smantellata. Una soluzione inefficiente e precaria con notevoli ripercussioni, soprattutto sul nostro territorio.

Infine, quinta e ultima leggenda, che si potrebbe definire la “leggenda tecnologica” delle soluzioni perlomeno futuristiche come i “guardrail retrattili” e i veicoli autonomi, in grado fra pochi anni di risolvere i problemi di sicurezza dell’attuale tunnel. In questo contesto non possiamo però permetterci di giocare con ipotesi tecnologiche che attualmente non danno sufficienti garanzie. Relativizzare l’esigenza di separare i due sensi di marcia continua a costare vite umane. Dal 1980 a oggi nella galleria autostradale del Seelisberg i morti registrati con l’utilizzo monodirezionale dei due tunnel sono 3, contro i 36 morti del San Gottardo.

Da sempre mi batto per la sicurezza del cittadino, quando egli è nella sua abitazione così come quando è alla guida di un veicolo. Il tunnel di risanamento è quindi la soluzione migliore per il Ticino e per la Svizzera. Sfatiamo dunque queste leggende, che minano la vera e solida storia del nostro Paese e del nostro Cantone incarnata dal nostro San Gottardo. Per questo motivo, il sottoscritto e il governo vi invitano il prossimo 28 febbraio a votare un convinto “sì” al risanamento del San Gottardo (e allo smantellamento dei miti).