Frontalieri, l’Italia alza la voce

Frontalieri, l’Italia alza la voce

Da RSI.CH l La Farnesina convoca l’Ambasciatore svizzero: “Profonda insoddisfazione”. Gobbi replica sul casellario: “Finora nessun ricorso”

Il Segretario Generale della Farnesina, Michele Valensise, ha convocato martedì l’Ambasciatore svizzero Giancarlo Kessler per esprimergli la viva preoccupazione italiana per le misure introdotte dalle autorità cantonali ticinesi a carico dei lavoratori frontalieri italiani, in particolare per la richiesta del casellario giudiziale per il rilascio dei permessi di dimora e di lavoro e per il moltiplicatore d’imposta. Lo rende noto la Farnesina.
In una nota, il ministero degli esteri ricorda che “si tratta di misure in violazione dell’accordo europeo sulla libera circolazione delle persone del 1999, palesemente discriminatorie nei confronti di cittadini italiani e in contraddizione con l’eccellente stato delle relazioni bilaterali”. Il Segretario Generale – si aggiunge – “ha chiesto un sollecito, rinnovato impegno delle autorità di Berna per porre termine a una situazione che suscita profonda insoddisfazione in Italia”.

Secondo la Farnesina, “Kessler ha confermato che le autorità federali svizzere considerano tali misure incompatibili con gli obblighi derivanti dall’accordo e ha assicurato che avrebbe tempestivamente informato le sue autorità sul crescente rilievo della questione per l’Italia e sulle aspettative di una sua rapida soluzione”.

“Faccio notare semplicemente due cose”, commenta al sito della RSI il presidente del Governo ticinese Norman Gobbi. “La prima: da quando è stata introdotta la richiesta del casellario nessuno ha mai interposto ricorso. La seconda: l’Italia dovrebbe comunque porsi la domanda sul perché ogni giorno, nonostante tutto, 60’000 lavoratori frontalieri vengono a lavorare in Ticino, e, annualmente, migliaia di italiani scelgono il Ticino come dimora”.

ansa/joe.p.

Flüchtlingssituation im Tessin: «Nicht dramatisch, aber kritisch»

Flüchtlingssituation im Tessin: «Nicht dramatisch, aber kritisch»

Da NZZ.CH l Das Tessin erlebte im Juni einen grossen Ansturm von Asylsuchenden. Nun hat sich die Situation leicht entspannt – aber für Regierungspräsident Norman Gobbi ist eine Grenzschliessung nicht vom Tisch.

Peter Jankovsky, Bellinzona

Das Tessin ist eine Art Einfallstor: Die Hälfte aller Flüchtlinge, die 2014 in die Schweiz wollten, kamen in Chiasso an. Heuer war die Situation von Januar bis Ende Mai ähnlich, als insgesamt 3150 Asylsuchende gezählt wurden. Dann spitzte sich die Lage zu: Laut dem Tessiner Justiz- und Polizeidepartement registrierte man im April 613 Flüchtlinge – und im Juni deren 1766. Die Zahl habe sich fast verdreifacht, hält Departementschef Norman Gobbi (Lega) fest. Die Asylzentren in Chiasso, Losone und Biasca waren am Anschlag, zeitweise wurden die Zivilschutzanlagen von Chiasso und Stabio geöffnet. Schliesslich erwog Gobbi Ende Juni die Schliessung der Südgrenze .

Auch das Staatssekretariat für Migration (SEM) spricht von einem steilen Anstieg im Mai und vor allem Mitte Juni. Insgesamt aber habe sich die Zahl der Asylgesuche bisher gemäss den Prognosen für 2015 entwickelt, so die SEM-Sprecherin Léa Wertheimer. Nun habe sich die Situation leicht entspannt; ein weiterer Anstieg sei zurzeit wenig wahrscheinlich. Laut Gobbi kamen letzte Woche 25 Asylsuchende pro Tag im Tessin an, also weniger als im Juni. «Die Situation ist nicht dramatisch, aber kritisch.» Eine Grenzschliessung bleibt daher für Gobbi eine Option – sollten Frankreich und Österreich weiter ihre Grenzen blockieren und der Andrang von Flüchtlingen aus Italien anhalten.

Bellinzona soll zehntgrösste Schweizer Stadt werden

Bellinzona soll zehntgrösste Schweizer Stadt werden

Da TagesAnzeiger.ch l Die Hauptstadt des Tessins will sich mit 16 umliegenden Gemeinden verschmelzen und ein Gegengewicht zu Lugano setzen.
Es ist ein gigantisches Vorhaben, vielleicht sogar das grösste Gemeindefusionsprojekt, das die Schweiz je gesehen hat. 17 Gemeinden im Bellinzonese sind beteiligt. Kommt es zustande, wird Bellinzona mit 52’000 Einwohnern zur zehntgrössten Schweizer Stadt. Entschieden wird am 18. Oktober. Dann finden die Konsultativabstimmungen statt, zeitgleich mit den nationalen Wahlen.

Um die Bevölkerung vom Projekt zu überzeugen, wirft der Kanton 52,6 Millionen Franken in die Waagschale. «Das Vorhaben ist von grosser strategischer Wichtigkeit, weil das Bellinzonese bisher immer am Rande der Entwicklungen stand», sagt Norman Gobbi (Lega), Direktor des Justiz- und Innendepartements. Der Grund: Im Bellinzonese sind das Kirchturmdenken und die lokale Identität besonders stark verankert. Daran, so meint er, werde aber auch das Fusionsprojekt nichts ändern.

In die Deutschschweiz pendeln

Trotzdem hat das Projekt gute Chancen, realisiert zu werden. Das könnte am Vorgehen liegen. «Der Anstoss zum Projekt kam nicht von Bellinzona als Polstadt, sondern von den Agglomerationsgemeinden», sagt Stadtpräsident Mario Branda (SP), Co-Präsident des Fusionskomitees. Das ist ein entscheidender Unterschied zum Fusionsprojekt von Lugano, wo die Zentrumsstadt mit ihrer Finanzstärke die Nachbarsgemeinden köderte.

Tatsächlich waren es die Gemeinden in der südlichen Agglomeration von Bellinzona, Giubiasco und Sementina, welche 2011 unter dem Motto «Gemeinsam sind wir stark» die Initiative ergriffen. «Wir haben uns gefragt, wie es in der Region weitergehen soll», erinnert sich Giu­biascos Gemeindepräsident Andrea Bersani (FDP), zweiter Co-Präsident im Komitee. Das nördliche Tessin sei traditionell strukturschwach und hinke wirtschaftlich dem Südtessin hinterher. Um das Territorium nachhaltig und sinnvoll zu bewirtschaften, etwa Industriezonen auszuscheiden, brauche es eine einheitliche Sicht. Nur so könne man vernünftig planen und einen kleinen Gegenpol zum wirtschaftlich starken Luganese bilden.

Einen wichtigen Anstoss gab die bevorstehende Inbetriebnahme des neuen Gotthard-Basistunnels im Dezember 2016. «Wir sind die erste Haltestelle im Süden dieses Tunnels», sagt Bersani. In Zukunft sei es möglich, im Bellinzonese zu leben und in der Deutschschweiz zu arbeiten. Doch dafür müsse man gemeinsam planen. Mario Branda betont seinerseits die Vorteile, die eine Positionierung von Bellinzona als biomedizinischem Pol um das Institut für Biomedizin (IRB) im Rahmen einer städtischen Vision bietet.

Die Liste der Fusionsgemeinden ist lange und reicht von Bellinzona als Kantonshauptstadt mit 18’000 Einwohnern bis zum Dörfchen Moleno mit gerade mal 100. Durch die Aufteilung in Quartiere soll garantiert werden, dass alle Gemeinden Mitspracherecht haben. Im anhaltenden Fusionsprozess werden auch die Stimmen aus den Kleinstgemeinden berücksichtigt. «Es ist ein aussergewöhnliches und vorbildliches Fusionsprojekt mit einer innovativen und transparenten Methode», sagt Professor Rainer J. Schweizer von der Forschungsgemeinschaft für Rechtswissenschaft der Universität St. Gallen. Deshalb wurde die «Aggregazione del Bellinzonese» im diesjährigen Demokratiepreis der Neuen Helvetischen Gesellschaft eigens erwähnt.

Hindernis Steuerfuss

Wie bei jedem Fusionsprojekt gibt es auch im Bellinzonese Gegner. So hat sich in Sant’Antonino eine überparteiliche Gruppe gegen die Fusion formiert. Das erstaunt nicht: Sant’Antonino verfügt über eine wichtige Industriezone – und einen Steuerfuss von 65 Prozent. Im Grossbellinzona wird er voraussichtlich bei 90 Prozent liegen.

Wie stehen die Chancen, dass die Fusion zustande kommt? «Ich bin durchaus zuversichtlich» sagt Andrea Bersani. Kommt das Vorhaben in den projektrelevanten Gemeinden durch, dürfte das neue Bellinzona 2017 Realität sein.

(Gehrard Lob)
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Bellinzona-soll-zehntgroesste-Schweizer-Stadt-werden-/story/16922258

Tessin ignoriert Sommarugas Rüffel

Tessin ignoriert Sommarugas Rüffel

Da Neue Luzerner Zeitung l Die Kritik aus Bern lässt Norman Gobbi kalt. Der Tessiner Regierungsrat denkt nicht daran, bei Ausländern auf das Einholen von Strafregisterauszügen zu verzichten.

Am Anfang steht ein Raubüberfall von Ende März auf eine Tankstelle in No- vazzano. Zum wiederholten Mal befin- den sich unter den Tätern vorbestrafte Italiener mit Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz. Der Tessiner Sicherheits- direktor und Regierungsratspräsident Norman Gobbi (Lega dei Ticinesi) ord- net daraufhin eine spezielle Massnahme an. Seit April müssen alle Ausländer, die um eine Grenzgänger- oder Aufenthalts- bewilligung ersuchen, dem Tessiner Migrationsamt einen Strafregisterauszug zeigen und laufende Strafverfahren of- fenlegen. Dies diene der Sicherheit des Kantons Tessins, sagt Gobbi. Roberto Maroni hingegen, Präsident der Lom- bardei, taxiert Gobbis Aktion als anti- italienische Schikane.

Verstoss gegen Abkommen?
Politisch schwerwiegender als ein verschnupfter Nachbar ist der Rüffel aus dem Departement von Bundesrätin Simonetta Sommaruga (SP). In einem Brief teilte das Staatssekretariat für Mi- gration (SEM) dem Lega-Mann vor ei- nigen Wochen mit, das flächendecken- de Einholen von Strafregisterauszügen verletzte das Personenfreizügigkeitsab- kommen und sei unzulässig. In der Tat dürfen die Migrationsämter demnach nicht systematisch Dokumente verlangen, die Aufschluss über eine allfällige kriminelle Vergangenheit geben. Doch dies kümmert Gobbi bis jetzt ebenso- wenig wie die Kritik aus der Bundes- hauptstadt. Will heissen: Der Kanton Tessin verlangt von Grenzgängern und Ausländern nach wie vor einen Straf- registerauszug – und wird dies vorläufig auf unbestimmte Zeit weiterhin tun. Dies bestätigte Norman Gobbi auf An- frage unserer Zeitung.

Gobbi: «Wir handeln korrekt»
Laut Gobbi verstösst der Kanton Tes- sin keineswegs gegen das Personenfrei- zügigkeitsabkommen. Ein Passus besagt nämlich, dass aus Gründen der öffentlichen Ordnung und Sicherheit gewisse Rechte der EU/Efta-Bürger eingeschränkt werden müssen. Gobbi stuft die Gefahr, dass sich im Kanton Tessin Ausländer mit Kriminalitätshintergrund niederlas- sen, als genug gross ein, um flächen- deckend Strafregisterauszüge einzufor- dern. «Wir handeln korrekt», sagt Gobbi. Insbesondere viele kriminelle Italiener würden versuchen, sich mit der Verle- gung des Wohnsitzes in die Schweiz einem Strafverfahren zu entziehen. «Mit dieser Realität sind wir konfrontiert», sagt Gobbi. Er wird seine Position dem- nächst in einem Antwortschreiben an das SEM vertreten. Zudem verlangt die Tessiner Gesamtregierung ein Gespräch mit der Landesregierung. Als diese während seiner Bundesratsreise einen Ab- stecher in den Kanton Tessin machte, übergab ihr Gobbi ein Dokument mit diversen Themen. Unter anderem soll auch die Geschichte mit den Strafregis- terauszügen zur Sprache kommen. Som- maruga, vielleicht in Ausflugsstimmung, zeigte sich offen für Tessiner Anliegen. «Unser Besuch ist auch ein politisches Signal. Wir wollen hören, was die Leute bewegt», sagt sie.

Bundesrat könnte einschreiten
Die freundlichen Worte der Justiz- ministerin ändern jedoch nichts daran, dass der Kanton Tessin in ihren Augen derzeit Bundesrecht missachtet. Kann also Bern die aufmüpfigen Tessiner irgendwie sanktionieren? Laut dem emeritierten St. Galler Staatsrechtspro- fessor Rainer J. Schweizer ist dazu jedenfalls nicht das Staatssekretariat für Migration befugt. «Meiner Ansicht nach kann nur der Gesamtbundesrat eine solche Aufsichtsmassnahme anord- nen», sagt Schweizer. Er verweist auf Artikel 186 in der Bundesverfassung, gemäss dem der Bund für die Einhal- tung des Bundesrechts durch die Kan- tone zu sorgen hat.
Schweizer zeigt durchaus Verständnis für Gobbi. «Dass er sich dagegen wehrt, dass Kriminelle aus Italien im Kanton Tessin wohnen und sich so der Straf- verfolgung in Italien entziehen wollen, ist nachvollziehbar», sagt er. Allerdings obliege es dem Bund, Massnahmen wie das Einfordern von Strafregisterauszü- gen anzuordnen. «Die generellen Regeln kann nur der Bundesrat erlassen, den Kantonen bleibt die Ausführungskom- petenz im Einzelfall», sagt Schweizer. Er glaubt nicht, dass die Situation derart eskaliert, dass der Bund ein Machtwort spricht und die Massnahme aufhebt. «Bund und Kantone werden nach rechtskonformen Lösungen suchen», ist Schweizer überzeugt.
Voraussichtlich im Herbst will Lega- Regierungsrat Gobbi evaluieren, was das Einholen der Strafregisterauszüge ge- bracht hat. Ob er danach auf die kont- roverse Massnahme verzichten wird, ist offen.

KARI KÄLIN, NLZ 13.07.2015 (guarda la pagina PDF: NLZ_13072015_tessin )

Gobbis dosierte Provokationen im Grenzgängerstreit

Gobbis dosierte Provokationen im Grenzgängerstreit

Da Berner Zeitung l Der Grenzgängerstreit zwischen Italien und dem Tessin beschäftigt nun auch Europa: Rom will, dass die EU ein Verfahren gegen die Schweiz eröffnet. Hintergrund ist eine Tessiner Steuererhöhung, die Grenzgänger benachteiligt. Solche Provokationen sind ganz im Sinne von Regierungspräsident Norman Gobbi.

Italien hat bei der EU-Kommission kürzlich formell die Eröffnung eines Verfahrens gegen die Schweiz beantragt. Das hat inzwischen auch das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen in Bern bestätigt.

Die italienischen Behörden kritisieren die höhere Besteuerung von Grenzgängern aus Italien durch den Kanton Tessin, die seit dem 1. Januar in Kraft ist.

Im November hatte der Grosse Rat beschlossen, den Steuerfuss für alle Grenzgänger von 78 Prozent – dem Durchschnitt der Gemeindesteuersätze – auf 100 Prozent zu erhöhen. Bellinzona rechnet dadurch mit Mehreinnahmen in Höhe von jährlich rund 20 Millionen Franken.

Tessiner Arbeitsmarkt

Italien sieht in der Regelung eine Diskriminierung und Verletzung des Personenfreizügigkeitsabkommens, welches die Gleichbehandlung von Schweizern und EU-Bürgern garantiert.

Die von Rom kritisierte Steuerfusserhöhung gehört zu einer ganzen Reihe von Massnahmen, Vorstössen und Plänen, mit denen der Kanton Tessin nach der wuchtigen Annahme der Masseneinwanderungsinitiative vom 9.Februar 2014 die Handlungsfähigkeit in der Grenzgängerfrage zurückzugewinnen erhofft. In ihrer Gesamtheit sind es Versuche, den Tessiner Arbeitsmarkt weniger attraktiv für Grenzgänger zu machen.

Keine Trendwende

Bisher allerdings ohne messbaren Erfolg, die Zahl der Grenzgängerinnen und Grenzgänger steigt weiter an. Sie hat sich in den letzten 14 Jahren verdoppelt. Aktuell sind im Tessin knapp 62’000 Grenzgänger beschäftigt (vgl. Grafik). Jeder vierte Erwerbstätige quert also morgens und abends die Landesgrenze.

Im letzten Quartal 2014 ist die Grenzgängerzahl um fast 900 gesunken, der bisherige absolute Höchststand wurde im dritten Quartal 2014 mit 62’481 verzeichnet. Die Zahlen des ersten Quartals 2015 lassen vermuten, dass es sich dabei nicht um eine Trendwende handelte.

Am liebsten möchte das Tessin die Höchstzahlen für Grenzgänger selber festlegen. Der Ständerat hat in der Junisession eben eine entsprechende Standesinitiative des Kantons Tessin abgelehnt. Deren Inhalt wäre zudem kaum kompatibel mit der Personenfreizügigkeit.

Lohndumping und Verkehr

Die Grenzgängerfrage ist im Tessin seit Jahren ein Dauerbrenner. Heiss diskutierte Themen sind die Folgen des Lohndumpings und der tägliche Verkehrsinfarkt, mit dem sich vor allem das Südtessin konfrontiert sieht.

Die Vagheit in der im Januar erzielten Grundsatzeinigung zwischen Italien und der Schweiz (vgl. Infobox) was die künftige Besteuerung der Grenzgänger betrifft, stösst im Tessin auf Argwohn. Darin vorgesehen ist eine Klausel, die das absehbare neue Abkommen hinfällig macht, falls die Schweiz – als Folge des 9.Februar – dereinst eine Kontingentssystem einführen sollte. Ausserdem befürchtet man, dass der Kanton Tessin am Ende doch nicht mehr Geld in seine Kasse bekommen wird.

Um den Druck auf Bern in diesem Dossier zu erhöhen, wollten die beiden Lega-Vertreter in der fünfköpfigen Kantonsregierung Ende Juni das Protestsignal von 2011 wiederholen und die Überweisung der Grenzgängersteuergelder an Italien erneut blockieren. Doch sie wurden von ihren drei Kollegen überstimmt: Diese wollen nicht, dass man Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf in der die Schlussphase der Grenzgängergespräche zusätzliche Hindernisse in den Weg legt.

Die Mutter aller Übel

Die Lega stellt mit Norman Gobbi derzeit auch den Regierungspräsidenten. Er nutzt jede Gelegenheit, um auf die verheerenden negativen Folgen der Personenfreizügigkeit fürs Tessin und generell auf dessen exponierte Lage hinzuweisen.

Der 38-Jährige verfolgt dabei eine Strategie der dosierten Provokation. Für eine erneute Blockade etwa warb er im Juni so: «Manchmal können nur aufsehenerregende Handlungen konkrete Folgen zeitigen.» Sie sei der «letzte Trumpf in unseren Händen». Kurz darauf sorgte er mit einer ganz anderen Forderung landesweit für Schlagzeilen: Man müsse eine vorübergehende Grenzschliessung ins Auge fassen, falls der «Andrang der Asylsuchenden aus Italien» anhalte.

Regierungspräsident Gobbi pflegt mit seiner kämpferischen Rhetorik das Lega-Image als wahre Hüterin der Interessen des Kantons. Damit gibt er auch die Parteilinie für den Wahlkampf vor: Die Lega will im Herbst mindestens ihre beiden Sitze im Nationalrat verteidigen. Die Personenfreizügigkeit ist in dieser Strategie sozusagen die Mutter aller Übel.

Hausgemachte Schikanen

Gobbi schreckt vor gezielten Kompetenzüberschreitungen nicht zurück. Im April hatte das von ihm geleitete Justiz- und Polizeidepartement verfügt, dass alle Antragsteller für eine Aufenthaltsbewilligung ab sofort einen Strafregisterauszug vorweisen müssen.

Die befristete Regelung trifft vor allem italienische Grenzgänger. Das Staatssekretariat für Migration erklärte den Tessiner Vorstoss jedoch kürzlich in einem Schreiben an Gobbi als nicht vereinbar mit der Personenfreizügigkeit.

Direkt bei Gobbi über die Verschärfung beschwert hat sich auch Roberto Maroni, Lega-Regionalpräsident der Lombardei. Das sei eine «ungerechtfertigte Benachteiligung, die zu Spannungen führen wird», warnte der frühere italienische Innenminister kürzlich bei einem Treffen mit Gobbi in Como.

Italiens Aussenminister Paolo Gentiloni wiederum hatte bei seinem Besuch in Bern Ende Mai gesagt, man plane zwar keine Gegenmassnahme, doch eine derartige Regelung «könnte in der öffentlichen Meinung in Italien leicht zu negativen Reaktionen führen».

Gobbi spielt auf Zeit

Doch Gobbi hat unbeirrt die Stimmung im Tessin im Blick und spielt auf Zeit. Man bereite «in den kommenden Wochen» eine Stellungnahme an Bern vor, teilte eine Departementssprecherin letzte Woche mit. Gut möglich, dass Gobbi die «befristete Regelung» im Herbst wieder aufhebt – ihre mediale und institutionelle Wirkung hat sie gehabt.

Im Falle der Grenzgängersteuersatzes aber hat Italien reagiert. Bern hat nun zwei Monate Zeit, um Brüssel den Grossratsbeschluss aus dem Tessin zu erklären. Sollte die EU-Kommission dann tatsächlich ein Verfahren eröffnen, könnte der Schweiz als Strafe beispielsweise eine Busse auferlegt werden.

Oder das Tessiner Parlament beugt sich nochmals über die Vorlage und korrigiert die umstrittene Steuererhöhung. Oder man lebt einfach damit. Dafür ist gerade Italien ein leuchtendes Beispiel: Gegen Rom sind bei der Europäischen Union aktuell rund hundert Verfahren hängig.

Von Andreas Saurer
Bild: Pablo Gianinazzi

http://tt.bernerzeitung.ch/schweiz/standard/Gobbis-dosierte-Provokationen-im-Grenzgaengerstreit/story/17535010

Permessi e controlli: i fatti danno ragione a Norman Gobbi

Permessi e controlli: i fatti danno ragione a Norman Gobbi

Dal Mattino della domenica l Arrestato cittadino italiano con precedenti residente a Stabio. 19 persone arrestate, 70 milioni di euro di evasione fiscale. Questi i numeri dell’operazione che ha portato agli arresti dei membri di un’associazione a delinquere operante a livello internazionale. Nello specifico, le persone indagate mettevano sul mercato della grande distribuzione prodotti elettronici a prezzi stracciati, sfruttando il vantaggio economico derivante dal mancato pagamento delle imposte. Una frode che purtroppo aveva delle ramificazioni pure in Ticino.

Precedenti per evasione e fallimento

Il cittadino italiano residente a Stabio arrestato nell’ambito della frode dispone attualmente di un permesso G per lavoratori frontalieri e, unitamente alla moglie e ai figli, aveva richiesto poco tempo fa un permesso di dimora B. Uella! Ci si allarga! Fortunatamente, grazie alla politica di rafforzamento dei controlli intrapresa da Norman Gobbi, la richiesta relativa al permesso B era ancora al vaglio delle Autorità ticinesi, che attendevano l’estratto del casellario giudiziale dallo Stato italiano. Nell’operazione è poi emerso che il cittadino italiano aveva dei precedenti per evasione e fallimento. Doppio uella!

L’ennesimo episodio che dimostra quanto la misura introdotta a inizio aprile da Norman Gobbi, relativa all’obbligo di presentazione dell’estratto del casellario giudiziale e del certificato dei carichi pendenti per i cittadini stranieri che richiedono il rilascio e il rinnovo dei permessi B e G, sia assolutamente necessaria. Altro che denuncia a Bruxelles (uhhhh, che pagüüüüüüraaaa!); altro che le solite tiritere europeiste pro Accordi internazionali (… e noi ci pieghiamo!) provenienti da Berna e ribadite dai 7 “turisti per caso” a Bellinzona settimana scorsa.

I Ticinesi sono stufi!

I Ticinesi sono stufi; stufi di venire a conoscenza di casi del genere, che mancano di rispetto non solo a loro ma anche a tutte le persone oneste di altri Paesi che vogliono lavorare o dimorare nel nostro Paese. Quando ci sono tanti cittadini che faticano ad arrivare alla fine del mese, a trovare un posto di lavoro, non possiamo infatti permettere che vi siano persone che abusano della nostra ospitalità, che approfittano dell’apertura voluta dai fautori dell’Europa per venire nel nostro Paese a compiere i loro intrallazzi. Ed è proprio per questo che i Ticinesi ritengono la misura introdotta dal nostro Norman più che giustificata!

Vai avanti Norman!

Norman Gobbi deve quindi proseguire sulla strada intrapresa, portando avanti l’importante quanto necessaria misura da lui introdotta, volta a garantire la sicurezza e l’ordine pubblico del nostro Cantone. Una misura che non piace alla Regione Lombardia, che non piace a Berna, che non piace agli europeisti radical-chic, che non piace ai richiedenti un permesso B o G che hanno qualcosa – qualcosa di penalmente rilevante! – da nascondere, ma che è invece sostenuta dal Popolo ticinese Questa è l’unica cosa che conta, questo è il motivo per il quale questa misura deve essere mantenuta!

MDD

Primi risultati già arrivati!

Primi risultati già arrivati!

Dal Mattino della domenica l Più controlli alla frontiera, meno arrivi rispetto a un mese fa e smistamento rapido verso gli altri Cantoni. Questi i primi risultati ottenuti da SuperNorman, che però avverte: “ Non abbassiamo la guardia”.

Alcune domeniche fa, dalle colonne del Mattino e di alcuni domenicali svizzero-tedeschi, il nostro Consigliere di Stato Norman Gobbi aveva lanciato l’allarme che qualora il flusso di migranti verso Chiasso fosse rimasto alto, si sarebbe dovuto chiudere la frontiera, in quanto Francia e Austria avevano fatto altrettanto. Oggi vediamo i primi risultati di questa proposta del Direttore leghista delle istituzioni, visto il retrocedere del numero di arrivi a Chiasso (nonostante gli sbarchi siano continuati).

Questa diminuzione è dovuta sicuramente ai controlli intensificati sul confine, compiuti grazie all’ottimo lavoro delle Guardie di confine; guardie che sono state rafforzate negli effettivi come richiesto da SuperNorman, spalleggiato pure dai suoi colleghi Direttori di giustizia e polizia degli altri Cantoni. In parallelo, la Segreteria di Stato della migrazione ha attivato maggiori risorse a favore del Ticino, smistando più celermente verso gli altri centri e gli altri Cantoni i migranti arrivati a Chiasso (è di questi giorni l’apertura di ulteriori centri di accoglienza in Romandia e Svizzera tedesca). Inoltre, non va poi sottovalutato il battage mediatico generato dalla pronta reazione del Ticino e del nostro Norman, che sicuramente è giunta anche alle orecchie dei migranti clandestini e dei loro manovratori. In questo senso, la notizia di maggiori controlli e della possibilità di chiusura ha sicuramente fatto desistere alcuni clandestini dal presentarsi a Chiasso.

Nonostante la diminuzione registrata negli ultimi giorni, il numero di arrivi rimane sempre sopra la media dello scorso anno. Non dobbiamo quindi abbassare la guardia: la situazione rimane allarmante, e per questo motivo deve essere tenuta costantemente sotto controllo, come indicato anche da Norman Gobbi, conscio dell’importanza e della necessità di continuare a garantire l’ordine pubblico del Ticino e la sicurezza dei Ticinesi.

Il problema è a monte

Questa vicenda è però disarmante. Se da un lato SuperNorman cerca di sostenere il muro di difesa del nostro Paese, dall’altra la fallita UE e la Fallitalia continuano a non distinguere i clandestini dai richiedenti l’asilo. Infatti, è noto come in questi flussi migratori vi siano molti migranti economici, che non fuggono dai loro Paesi per motivi di persecuzione politica o religiosa. Stando ai dati della Segreteria di stato della migrazione, solo il 5% dei richiedenti l’asilo in Svizzera proviene infatti dal conflitto siriano, mentre la grande maggioranza proviene dall’Africa nera. È quindi imperativo che l’UE faccia i suoi compiti e applichi i trattati che ha sottoscritto con i suoi Stati membri, tra cui la Fallitalia, non riversando i suoi oneri sul Ticino e la Svizzera. Altro che denuncia a Bruxelles per il casellario giudiziario !!!

Non abbassiamo la guardia!

“Guai se questa situazione di calma portasse qualcuno, come avviene in certe aree politiche di sinistra, a voler sminuire il fenomeno e le sue conseguenze”. Queste le parole di monito del Consigliere di Stato Gobbi, che ricorda come oggi i numeri siano ben superiori a un anno fa e al 2011, dopo la presunta ‘primavera araba’.

In questo momento, i migranti e clandestini stanno soggiornando in Italia, negli alloggi a 3 e 5 stelle messi a disposizione dallo Stato renziano, come denuncia Matteo Salvini; ma stando ad analisi effettuate, con l’arrivo dell’inverno e dopo aver capito che l’Italia di soldi ai migranti non ne dà, il moto potrebbe riprendere e l’onda migratoria ripartire senza controllo. In quest’ottica, è incredibile vedere come questi migranti sappiano identificare i Paesi che offrono una grande generosità nei loro confronti (leggi letto, cibo e soldi !!!); tra questi Paesi evidentemente c’è la Svizzera, e la sua porta d’entrata sono Chiasso e il Ticino!

La politica cantonale e quella federale devono quindi seguire con grande attenzione e anticipare le crisi, come ha ben fatto il nostro Consigliere di Stato Norman Gobbi, che ha svegliato la dormiente politica federale sul tema dell’immigrazione, con la speranza che le vacanze estive non la facciano ripiombare in un sonno profondo…

MDD

«Ma proposition de fermer la frontière concerne tous les Suisses»

«Ma proposition de fermer la frontière concerne tous les Suisses»

Da LeMatin Dimanche l Migration Que faire face à l’afflux de réfugiés au Tessin? Le conseiller d’Etat tessinois et membre de la Lega Norman Gobbi veut fermer la frontière sud de la Suisse, même s’il est politiquement difficile de le faire.

Comment un homme d’Etat peut-il en arriver à proposer la fermeture de la frontière?
Je me dis qu’il vaut mieux tirer la sonnette d’alarme aujourd’hui, avant qu’il ne soit trop tard. Je dois défendre les intérêts de mon can- ton et de la Confédération: sous-évaluer les conséquences de la pression migratoire est peu responsable. Lors du printemps en 2011, Berne a réagi trop tard. Aujourd’hui, la situa- tion est comparable à celle des années 1990. Si l’afflux actuel de réfugiés empire, cela de- viendra un réel problème pour la Suisse.

Pourquoi aujourd’hui?
La pression est toujours plus forte sur le Tes- sin. D’ordinaire, notre canton enregistre un tiers des demandes d’asile. Aujourd’hui, une sur deux. Chiasso est devenue la seule porte de sortie pour les migrants qui sont coincés en Italie. Ils savent que la Suisse res- pecte ses engagements, contrairement à l’Union européenne (UE). Pour cela, ils arri- vent chez nous en fin de journée, lorsque les bureaux italiens commencent à fermer. Ils savent que la Suisse leur donne de l’argent, un toit, un repas et des soins.

Cette idée de fermeture est-elle une faillite de l’Etat?
C’est une faillite de l’Union européenne qui n’assume pas son problème migratoire. La Suisse n’a pas à la subir et à tenter de la résou- dre. La conseillère fédérale Simonetta Som- maruga dit exactement la même chose. Evi- demment avec un ton moins «leghiste» que le mien. Elle dit que chacun doit faire sa part de travail. La Suisse le fait. En face, non. L’UE laisse l’Italie seule face aux migrants. L’UE ne veut pas de clé de répartition des migrants sur le continent et n’a pas de politique claire en matière d’enregistrement des réfugiés.

Alors quand fermerez-vous la frontière?
Cela ne se fera pas du jour au lendemain. La fermeture est une réponse possible que nous ne devons pas exclure. Au contraire, nous devons nous y préparer de la meilleure ma- nière possible. C’est mon objectif. Cette fer- meture doit être discutée avec la Confédéra- tion qui est seule compétente à décider. Elle peut le faire en collaboration avec la police cantonale qui intervient dans un deuxième temps, juste après la frontière. Quand la fer- merons-nous? Tout dépend de l’évolution de la situation migratoire. Je pense que si rien ne change, il faudra vite la fermer.

Est-ce vraiment légal?
Nous sommes un pays libre et neutre qui a signé les accords bilatéraux, ceux de Dublin et de Schengen. Nous les appliquons de ma- nière correcte. Face à l’inaction de l’UE, je pense que la Suisse peut se sentir libre de fai- re ce qu’elle veut. La fermeture est d’ailleurs prévue, de manière temporaire, par les ac- cords européens si la sécurité interne est menacée. Ce qui pourrait être le cas prochai- nement. La France le fait déjà à la frontière avec l’Italie et dans le Pas-de-Calais.

Pratiquement, comment se fera cette fermeture?
Ce n’est pas une fermeture tout court. Je ne dis pas qu’il faut rendre étanche le Tessin. Les Romands ont toujours l’impression que lorsqu’un «leghiste» tessinois propose d’agir à la frontière, il veut construire un mur et sortir les mitraillettes. Ce n’est pas ça que je veux, si je peux les rassurer (rires). Evidemment que nous maintiendrons le passage des touristes et le commerce de marchandises. Tout comme la circulation des frontaliers, même si je le déplore politi- quement. Cette action à la frontière se fera donc grâce à des contrôles encore plus in- tensifs qu’aujourd’hui. Et nous les avons dé- jà renforcés.

Parlez-vous au nom du Conseil d’Etat du canton du Tessin?
Je ne parle pas en tant que président du Conseil d’Etat. Je parle à titre personnel.

Quelle sera alors la procédure politique à suivre?
Il me faudra d’abord proposer mon idée au Conseil d’Etat. S’il l’accepte, nous devrons ensuite faire une demande au Conseil fédé- ral. Autant dire que la procédure est longue. A mon avis, les conditions politiques actuel- les ne permettront pas la mise en œuvre de cette fermeture. Mais je me dois de la propo- ser. Il en va de ma responsabilité politique.

Une fois entré en Suisse, un migrant pose-t-il réellement un problème?
C’est un poids pour la Suisse. Il y a une ques- tion d’infrastructure. Il y a aussi une ques- tion sanitaire. Beaucoup arrivent avec des problèmes de santé. Nous avons constaté que certains avaient la gale. Pour l’instant, la situation est sous contrôle. Mais elle pour- rait nous échapper, si d’autres maladies sont constatées. Il y a enfin aussi une question sécuritaire. Qui nous dit qu’il n’y a pas des membres de Daech, parmi les migrants, qui tentent d’entrer en Suisse. Leur présen- ce pourrait menacer la sécurité de l’Etat.

Des terroristes parmi les migrants! Le Service de renseignement dela Confédération est-il au courant?
Ils le sont bien évidemment et collaborent avec la police cantonale.

Avez-vous déjà constaté la présence de traces de Daech à Chiasso?
Nous n’en avons pas encore trouvé. Fort heureusement. Mais il y a un autre problè- me sécuritaire.

Lequel?
Certains requérants disparaissent dans la nature sans que la Suisse sache qui ils sont réellement. Je m’explique. Le centre de Chiasso ne dispose pas toujours de place dis- ponible. Le requérant est alors envoyé dans un autre centre d’enregistrement à Vallorbe, Altstätten ou Bâle. Dans ce cas, le contrôle sanitaire et sécuritaire de son dossier est ef- fectué partiellement à Chiasso. Il est finalisé une fois à destination. Le problème est que parfois ces requérants n’y arrivent jamais. Ils se déplacent seuls en train. Les contrôles de leur arrivée à destination sont difficiles à fai- re. Leur absence ne provoque aucune réac- tion. Personne ne sait où ils sont. Ce qui pose un sérieux problème de sécurité nationale.

Que faire alors?
Le problème que je viens d’évoquer a été re- connu par les parlementaires de la Commis- sion de sécurité du Conseil national qui sont venus nous visiter cette semaine. La solu- tion serait d’organiser des voyages accom- pagnés d’un centre à l’autre.

Cette question toutefois n’a rien à voir avec la frontière?
Notre objectif est d’éviter que n’importe qui entre en Suisse. Depuis quatre ans, nous in- tensifions les contrôles pour éviter que les criminels, les Roms et les migrants illégaux entrent dans notre pays. L’esprit de la fer- meture de la frontière va dans ce sens.

Sommes-nous en guerre contre les réfugiés?
Nous ne sommes pas en guerre contre les ré- fugiés. Nous sommes en guerre contre l’UE qui édicte des règles dans le domaine de la migration, mais qui ne les applique pas.

Lorenzo Quadri, municipal de Lugano, qui est membre du même parti que vous, a proposé de construire un mur entre le Tessin et l’Italie. Une bonne idée?
Le fondateur de notre parti Giuliano Bignas- ca (1945-2013) a déjà fait cette proposition. Personnellement, je pense que la construc- tion de ce mur ne doit pas être physique, mais opérationnelle. Ce que nous faisons aujourd’hui sur le terrain.

Il y a surenchère des phrases chocs dans votre parti?
Lorenzo Quadri tient sa ligne. Quant à moi je tiens ma ligne pragmatique et ouverte à toutes les variantes possibles, avant qu’il ne soit trop tard.

Après avoir proposé de fermer la frontière, quelle réaction avez-vous reçue du Conseil fédéral?
Aucune. Silence total.

Vous sentez-vous abandonné par le Conseil fédéral?
Le Conseil fédéral a beaucoup de compré- hension, mais peu d’empathie. Je m’expli- que cela par l’absence de Tessinois au gou- vernement fédéral. Une présence permet- trait de faire passer un message à Berne, de favoriser la résolution des problèmes tessinois. C’est grâce au conseiller fédéral Giuseppe Motta que le Tessin n’est pas tombé dans le fascisme durant l’entre- deux-guerres.

Le Tessin est donc isolé en Suisse?
Je pense que la situation à Chiasso concer- ne toute la Suisse. Les requérants du Tes- sin se retrouveront rapidement dans les autres cantons. Par ailleurs, j’ai reçu beau- coup de messages de soutien de la part de la Suisse alémanique. Beaucoup moins de la Suisse romande.

C’est-à-dire?
Les Tessinois et les Romands ne se com- prennent plus depuis la votation sur l’Espa- ce économique européen en 1992. Pour nous, la pression migratoire est un problè- me de plus. Qui s’ajoute à notre préoccupa- tion principale: la question des frontaliers.

Le canton de Genève a aussi des frontaliers. Et pourtant il ne propose pas la fermeture des frontières…
Nous vivons deux réalités complètement différentes. Genève est une ville centre, une force d’attraction, un poids économique pour sa région. Lyon est très éloigné de Ge- nève. Chez nous, Milan est à 50 kilomètres. Les régions importantes de Varese et Côme se trouvent à notre porte. Ce rapport de for- ce étouffe notre canton. Je rappelle que no- tre petit canton accueille 60 000 fronta- liers, un tiers de ceux présents en Suisse. La question de la migration est un poids de plus pour les Tessinois qui en subissent déjà as- sez. C’est pour cela qu’il faut tenter de gérer ce nouvel afflux.

Malgré ces différences cantonales, restez-vous optimiste?
Je suis très pessimiste. L’UE manque de vo- lonté pour résoudre les problèmes migratoi- res. Et la Suisse, qui est certainement plus eurocompatible que beaucoup d’autres pays européens, ne peut rien faire contre ce man- que de volonté.

 

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Sono un vecchio giovane della politica

Sono un vecchio giovane della politica

Da Illustrazione Ticinese l Incontro a 360 gradi con Norman Gobbi, confermato Consigliere di Stato alle recenti elezioni cantonali e nuovo presidente del governo ticinese.

L’appuntamento è fissato alle 8.30 a Nante, dove abita dal 2013. È quasi la fine di maggio, ma il termometro segna 6 gradi, le montagne tutt’attorno sono state imbiancate nella notte. Niente di nuovo per Norman Gobbi che, uscendo di casa, commenta allegro: “Questo mese è già la terza nevicata”. Salutati moglie e figli, lo aspetta una giornata impegnativa che inizia con la nostra intervista e che si concluderà a notte inoltrata. Cosa, commenta il nostro ministro, che “è più o meno la regola” nella sua vita attuale e quotidiana.

Quindi rapporti sicuramente più di qualità che di quantità nella famiglia Gobbi…
“Decisamente sì. Quando sono a casa, il lavoro resta fuori dalla porta e cerco di sfruttare al massimo i momenti con i miei bambini e mia moglie”.

A cosa le chiedono di giocare i suoi figli Gaia (4 ½) e William (3)?
“Spesso devo fare il cavallo: tutti e due salgono sulla mia schiena e li porto a passeggio, ma poi il cavallo deve attraversare un fiume e allora i bambini cadono… Questo passatempo li diverte molto”.

E alla Valascia a pattinare li ha già portati?
“Gaia ha già pattinato, William non ancora, ma siamo stati insieme più di una volta ad assistere a una partita. Ora, quando passiamo in auto e vedono la Valascia in coro gridano “Ambrì!”.

Pensa, per restare in tema hockeistico, che durante quest’anno da presidente del governo dovrà usare di più il bastone o il fischietto?
“Spero che si possa giocare bene e di concerto e che non si debba richiamare più di tanto al rispetto delle regole. Dalle prime sedute che abbiamo avuto con il nuovo governo la volontà di giocare insieme c’è. Dovremo solo affinare qualche schema. Bisognerà che ognuno di noi lasci da parte un po’ del suo orgoglio di capo dipartimento e dia più priorità all’aspetto istituzionale di membro del governo. Ha già funzionato in passato e in questo quadriennio potrà andare ancora meglio. L’importante è essere soprattutto capaci di condividere gli obiettivi. E poi insieme si deciderà come raggiungerli”.

Lavoro di squadra anche in famiglia?
“Mia moglie Elena ha già dichiarato pubblicamente qual è la realtà: ad occuparsi della famiglia è soprattutto lei, visti i miei impegni professionali. Quando sono a casa, però, cucino io, riassetto e gioco con i bambini”.

Si dice che dietro ad un uomo di successo, ci sia spesso una grande donna. Quanto ha contato sua moglie Elena nella sua carriera?
“Sicuramente ha contribuito non ostacolandomi e non ponendomi limiti e restrizioni che, personalmente, vivo male. Elena sapeva esattamente che la nostra vita coniugale sarebbe stata fortemente influenzata dalla vita politica e da attività e vincoli esterni”.

A proposito di donne: il nuovo governo ne è orfano. Cosa ne pensa?
“Penso che al di là del genere, è importante che l’esecutivo sia composto da persone capaci e di carattere. Ovviamente una sensibilità femminile avrebbe portato anche altri punti di riflessione. Ciò che più conta, in generale, è il rispetto del genere, al di là della composizione del governo. Il mio dipartimento, ad esempio, è quello che ha nominato più donne a livello di funzionario dirigente e che sta promuovendo la regola di mettere a concorso posti non più solo a tempo pieno, ma a scelta anche all’80%, come già avviene nella Confederazione. Trovo sia importante andare incontro alle donne, permettendo loro di conciliare lavoro e famiglia”.

Ricorda cosa l’ha spinta ad appassionarsi di politica già sui banchi delle medie? E perché la Lega?
“Sicuramente l’amore per la mia terra e per la mia Patria, ma soprattutto lo spirito di servizio appreso dai nonni materni Silvana e Angelo, la voglia di voler fare qualcosa di buono per il Paese. La Lega era nata da poco e non era certamente il partito di famiglia, che si divideva equamente tra PPD (da parte di mamma) e PLR (da parte di padre). Fu la votazione del 6 dicembre del 1992 contro lo spazio economico europeo a scatenare con forza in me la passione leghista: avevo 15 anni, la Lega era contro il sistema e grazie ad essa il nostro Cantone fu decisivo nel far pendere l’ago della bilancia verso il “no” allo Spazio economico europeo e quindi all’UE”.

Pensa che la sua storia politica fosse in un qualche modo già scritta?
“Non so se fosse scritta nel destino, ma ho avuto la fortuna di trovare persone sul mio cammino che hanno creduto in me. Da Rodolfo Pantani che mi introdusse nella Lega al Nano che, nel 1999, con un grande atto di fiducia, mi diede la possibilità di entrare in lista per il CdS, cosa che mi ha poi permesso di accedere al Gran Consiglio a soli 22 anni. A 31 ero presidente del legislativo, a 33 consigliere nazionale e a 34 facevo il mio ingresso in Consiglio di Stato. Ormai sono un vecchio giovane della politica”.

Eppure, per il suo vissuto e quello della sua famiglia, sarebbe stata più logica una carriera nel mondo della gastronomia…
“In effetti il sogno nel cassetto rimane sempre quello: riaprire un giorno il ristorante di famiglia, il Vais di Piotta, che fino a metà degli Anni Novanta è stato gestito dai miei nonni paterni Selma e Dante Gobbi. Il nonno, oltre a ristoratore, era anche panettiere e commerciante. Io sono quindi cresciuto tra padelle, fornelli, prestino e bottega. D’estate non ho mai bighellonato perché fin da bambino dovevo dare una mano alla nonna in bottega. Ritengo di non avere grandi capacità artistiche, ma penso di destreggiarmi abbastanza bene in cucina. Cerco di dare “colore ai piatti” come mi ha insegnato mio nonno, ma soprattutto sapore. Ciò che preparo deve essere buono e gustoso”.

Qual è il suo piattoforte?
“Sicuramente il risotto, declinato in tanti modi, e le carni”.

Lei sostiene di essere cresciuto in fretta, sia in altezza, sia in massa. Che rapporto ha con il cibo?
“Né maniacale, né spasmodico. Mangio quando ho fame e, difficilmente, resisto a salumi e finger food. Credo di essere cresciuto in fretta a causa degli eccessi (leggasi panini, ndr) di gioventù. In seconda media pesavo già 82 chili”.

Un’altra delle sue passioni è il tiro sportivo…
“Sì, una passione nata a 15/16 anni insieme ad alcuni amici e che riporta ai certi valori, tradizioni e spirito confederale. Cosa che ancora oggi cerco di portare avanti come presidente del Tiro storico del San Gottardo che si svolge ogni anno in ottobre ad Airolo”.

Ha già pensato a cosa farà, quando smetterà di fare il consigliere di Stato?
“No, non so cosa farò da… grande. Battuta a parte, non ho mai pianificato nulla. Tutte le opportunità mi si sono presentate strada facendo. Quindi continuerò così e mi lascerò sorprendere”.
Scheda biografica:
Nome: Norman
Cognome: Gobbi
Nato il 23 marzo 1977 a Faido
Studi: laurea in Scienze della comunicazione con indirizzo aziendale e istituzionale, ottenuta all’USI di Lugano nel 2007
Professione: Consigliere di Stato, direttore del Dipartimento delle Istituzioni
Movimento politico: Lega dei Ticinesi
Passioni: HCAP, cucina, montagna, tiro sportivo
Motto: un 4×4 della politica

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Clicca qui: www.youtube.com/watch?v=Ru7JiYctABU  Immagini della festa post elettorale ad Iragna.

testo Lorenza Storni – lorenza@illustrazione.ch
foto Rémy Steinegger

Leggi dalle pagine di illustrazione ticinese: illustrazione_ticinese_06_2015

Wenn die Tessiner rufen, dann kommen die Leute auch

Wenn die Tessiner rufen, dann kommen die Leute auch

Da bzbasel.ch l Zum Jubiläum hat der Verein Pro Ticino Basilea città e campagna eine umfangreiche Festschrift herausgegeben – hier das Titelblatt. Der Verein Pro Ticino Basilea feierte sein 100-Jahr-Jubiläum.

Rotblaue Fahnen am Barfi, das passt einfach. Am vergangenen Samstag hatte des Baslers liebste Farbkombination für einmal aber nichts mit dem FCB zu tun, sondern repräsentierte die Kantonsfarben des Tessins. Der Verein «Pro Ticino Basilea città e campagna» veranstaltete ein grosses Fest anlässlich des «Centenario», des 100-Jahr-Jubiläums.

Gegen Viertel nach zehn war das Festzelt allerdings primär ein Zufluchtsort vor dem heftigen Regenschauer, der sich über der Stadt ergoss. Die zahlreichen Ehrengäste wie der Tessiner Staatsrat Norman Gobbi oder die Regierungsräte Baschi Dürr (BS) und Anton Lauber (BL) schienen aber mit dem Wetterbericht bestens vertraut gewesen zu sein, an ihrem Äusseren fand sich nicht die geringste Spur des Unwetters.

Zum modernen Kanton geworden

Als der Regen aufhörte, begannen Helferinnen und Helfer die Stände und Festbänke vor dem Zelt trocken zu wischen. Auf der Bühne im Inneren eröffnete derweil der Chor des Vereins den Anlass, ehe Cinzia Graber-Stucki die Begrüssungsrede hielt. Die Präsidentin von «Pro Ticino Basilea città e campagna» liess die wichtigsten Fakten der vergangenen 100 Jahre auf Italienisch und Deutsch nochmals Revue passieren, und strich die Entwicklung des Südkantons hervor. «Das Tessin steht längst nicht mehr für die Sonnenstube und das Dolce far niente, es ist ein moderner, wettbewerbsfähiger Kanton geworden.»

Der Tessiner Staatsrat Norman Gobbi, der nächste Redner, kam auf die Tessiner Identität zu sprechen. «Einige mögen Ambri-Piotta, andere Lugano die Daumen drücken. Doch wir alle sind stolz und glücklich, Tessiner zu sein.» Seine Zusatzbemerkung, Ambri-Fan zu sein, sorgte für den ersten spontanen Applaus des Vormittags.

Während draussen die Sonne zu scheinen begann, wurde auch im Zelt die Stimmung immer heiterer. Baschi Dürr wünschte «migliori augurri» und wechselte nach einem ersten, auf Italienisch gehaltenen Teil «zu Ihrer und meiner Entspannung» zur deutschen Sprache. Der Regierungsrat hielt in seiner Gratulationsrede fest: «Dass das Tessin zu Basel gehört, verdanken wir unter anderem Pro Ticino Basilea!»

Sein Baselbieter Kollege Lauber hatte gemäss eigener Aussage seine Italienischkenntnisse nach «Cari Amici del Ticino» aufgebraucht und gratulierte stattdessen in Mundart. Rückblickend hätten die Tessiner vor über 200 Jahren richtig gehandelt, als sie sich gegen die Lombardei und für die Schweiz entschieden, so Lauber. «Die Tessiner sind gesellige Menschen und tragen es in die Nordwestschweiz hinaus.»

Einige singen bereits mit

Als der Corale Pro Ticino Basilea città e campagna mit dem Lied «La Poschiavina» den «offiziellen» Teil des Tessinerfests beendete, sangen einige Besucher, darunter Norman Gobbi, bereits mit. Andere wurden vom Risottoduft angelockt und hatten es sich gemütlich gemacht. Der Stand mit Tessiner Käse- und Wurstspezialitäten hatte nach der regenbedingten temporären Schliessung ebenso wieder offen wie der Tourismusstand.

Im Zelt blickte Piero Hautle entsprechend zufrieden um sich. «So ist das immer. Wenn die Tessiner etwas machen, kommen die Leute», lächelte der Vizepräsident von Pro Ticino Basilea, der auch zum OK des Jubiläumsfests gehört. Es war noch nicht einmal Mittag – ein attraktives Musikprogramm stand noch bevor –, als Hautle bereits von einem «erfolgreichen Anlass» sprach. «Wir wollten, dass die Leute den Plausch an unserem Fest haben. Den haben sie. Es ist eine echte Festa in Piazza geworden!»

(bz Basel, von Alan Heckel)
http://www.bzbasel.ch/basel/basel-stadt/wenn-die-tessiner-rufen-dann-kommen-die-leute-auch-129289531