Il Governo si prenderà la responsabilità delle misure

Il Governo si prenderà la responsabilità delle misure

Da www.ticinonews.ch

In Ticino si aspetta il sostegno di Berna, ma il Governo è pronto a continuare da solo

“Ci aspettavamo possibilmente una prima risposta già oggi, ma è anche vero che siamo in contatto da ieri con il Consiglio federale”, ha detto il consigliere di Stato Norman Gobbi in diretta al TgSpeciale di Teleticino. “Dobbiamo trovare nel dialogo una soluzione. Noi ci assumiamo la responsabilità di tenere in vigore le misure prese dal Canton Ticino. Il resto della Confederazione deve comprendere che il Canton Ticino si trova avanti circa due settimane nella diffusione della malattia”, ha spiegato il direttore del DI. L’Ufficio federale di giustizia ha espresso un parere giuridico che sostiene l’illegalità delle misure ticinesi, ma Gobbi ha spiegato come il Consiglio di Stato potrebbe proporne uno proprio che sosterrebbe la liceità delle stesse. “Una situazione particolare e straordinaria richiede risposte particolari e straordinarie”, ha spiegato.

Ma sarà possibile ricucire lo strappo con la Confederazione? ”Dipenderà dalla risposta che arriverà venerdì dalla Berna federale”, ha detto Gobbi, “servono delle finestre di crisi in modo che localmente si possano prendere misure diverse da quelle nazionali”. Ma se la risposta fosse invece un no? Chi potrà aiutare le aziende chiuse? “Se non vi sarà la tutela da parte della Confederazione, il Consiglio di Stato si prenderà pienamente la responsabilità di questa decisione”, ha concluso Gobbi. Insomma, il Canton Ticino sembra disposto a mantenere la sua linea anche mettendo la mano sul portafogli.
Sullo stesso tema si sono espressi, sempre in diretta a Teleticino, i rappresentanti ticinesi a Berna. “Anch’io mi aspettavo una risposta”, ha detto il consigliere nazionale Fabio Regazzi. “Ma penso che sia una questione formale più che di sostanza. L’impressione è che non abbiano alternative a concedere una certa autonomia al Ticino”. Marco Chiesa, consigliere agli Stati, ha invece definito “ponziopilatesca” la posizione odierna del Consiglio federale. “Hanno deciso di non decidere. Io avrei voluto sentire un grande sì da parte del Consiglio federale”, ha detto il senatore. “Deve essere la Confederazione a fare un passo indietro, non certo il Canton Ticino a farlo. In Ticino ci sono oltre 1’300 infettati, la soluzione è solo che il Consiglio federale comprenda le misure del Canton Ticino e dia il via libera senza penalizzarlo”.

Coronavirus: le decisioni del Governo restano in vigore

Coronavirus: le decisioni del Governo restano in vigore

Comunicato stampa

Il Presidente del Consiglio di Stato è stato informato dalla Presidente della Confederazione che il Consiglio federale non ha ancora preso una posizione definitiva in merito alle misure attualmente in vigore in Ticino per regolare le attività economiche.

Il Governo cantonale saluta positivamente la volontà del Consiglio federale, comunicata oggi in conferenza stampa dal Consigliere federale Alain Berset, di trovare una soluzione concordata con il nostro Cantone che tenga debitamente in considerazione la situazione eccezionale, particolarmente critica e attualmente senza eguali del Ticino all’interno del contesto generale del nostro Paese. Una situazione, questa, dovuta all’avanzamento precoce dell’ondata epidemica in Ticino rispetto al resto della Confederazione.

Il Consiglio di Stato rimane fiducioso che il Consiglio federale, con il quale i contatti sono regolari e costanti, saprà comprendere le decisioni prese dal Governo del Canton Ticino per tutelare tempestivamente e adeguatamente la salute della propria popolazione.

In attesa, a breve, di una presa di posizione definitiva, il Consiglio di Stato ribadisce che le misure decise rimangono in vigore.

Diese 5 Fehler machte die Schweiz bei ihrer Corona-Politik

Diese 5 Fehler machte die Schweiz bei ihrer Corona-Politik

Da www.watson.ch

https://www.watson.ch/schweiz/analyse/801221520-coronavirus-diese-5-fehler-machte-die-schweiz

Zu wenig Beatmungsgeräte, langsame Zahlen, Bundesrat pfeift Kantone zurück: Viele Probleme der Schweizer Coronavirus-Politik sind hausgemacht. Eine Analyse über eine Epidemien-Politik, die zu wenig zuhört.

Eigentlich sahen es viele kommen. Seit Jahren erstellen die Bundesbehörden Berichte, in denen die «Top-Risiken» der Schweiz untersucht werden. Die Pandemie stand jeweils immer wieder in den oberen Rängen. Die Gefährdungsanalysedes Bundesamtes für Bevölkerungsschutz aus dem Jahr 2015 liest sich heute wie eine übertriebene Zukunftsvision, die das beschreibt, was die Schweiz derzeit erlebt.

 

1. Ungenügende Vorbereitung
Die Gefahr des überlasteten Gesundheitswesens ist ein Punkt auf der Liste. Vor fünf Jahren hiess es in der Gefährdungsanalyse: «Die entstandenen Engpässe können auch durch den Einsatz pensionierter Ärzte und Medizinstudenten nicht vollständig kompensiert werden.»
Der Engpass wird durch drei Faktoren beeinflusst: Personal, Medizinalprodukte wie Geräte oder Medikamente und die Anzahl Betten. Thomas Zeltner, der ehemalige Direktor des Bundesamtes für Gesundheit, untersuchte in einem Gutachtenaus dem Jahr 2018, wie gut die Schweiz auf diesen Engpass vorbereitet ist. SRF berichtete erstmals über seine warnende Analyse.£
Der ehemalige BAG-Chef schätzte damals, dass der Schweiz rund 4250 Spitalbetten fehlen würden. Die Kantone haben es laut seinem Bericht versäumt, die Reservekapazitäten für Notlagen miteinzuplanen. Zum gleichen Schluss kommt Zeltner bei Medikamenten, Medizinprodukten und Labormaterialien: Die Kantone haben die Forderung nach Minimalreserven bislang «nicht oder nur unvollständig umgesetzt».

2. Schlechter Informationsfluss
Fehlen Spitalbetten oder die dringend benötigten Beatmungsgeräte, dann kommt es auf jedes einzelne darauf an, das noch verfügbar ist. Wie ernst die Lage ist, erzählte vergangene Woche ein kantonaler Gesundheitsdirektor im Hintergrundgespräch mit watson: Das Personal sei am Wochenende mit Strichli-Listen in Spitälern unterwegs gewesen, um Betten und Beatmungsgeräte zu zählen.
Wie viele Beatmungsgeräte tatsächlich verfügbar sind, wusste in der Schweiz zumindest bis vor einigen Tagen niemand. In den Spitälern wurde die Anzahl auf bis zu 850 geschätzt. Wie viele die Armee hat, ist unklar. Raynald Droz, Stabschef Kommando Operationen der Armee, sagte jedoch: «Nicht genug.»
Die Informationslage änderte sich erst letzte Woche. Die Kantone müssen seither ihr Inventar dem Bund melden.
Der schlechte Informationsfluss herrschte auch bei der wichtigsten Zahl, um als Staat strategisch eine Epidemie bewältigen zu können: Die Anzahl der Infizierten. Die Meldungen von Ärztinnen und Ärzten kamen teilweise per Fax an. Die grosse Menge an Daten überforderte die Bundesbehörden, dass sie erst nach längerer Verzögerung «à jour» waren, wie der Infektionsstand in den Kantonen ist. Schnellere, digitalere Lösungen wurden dabei vor Jahren gefordert.

3. Kantönligeist
Defizite in der Schweizer Epidemienbewältigung zeigten sich auch, nachdem der Bundesrat die besondere Lage ausgerufen hatte. Die Kantone mussten das Verbot von Versammlungen von über 1000 Personen konkretisieren und vollziehen. Was aber vor Ort passierte, glich einem Flickenteppich.
Föderalistisch wie die Schweiz ist, gingen manche Kantone weiter und führten neue Verbote ein. Andere wiederum blieben bei der Zahl von 1000 – selbst dann, als der Bundesrat ausloten wollte, ob man diese Zahl senken soll. Als die Landesregierung das Versammlungsverbot verschärfen wollte, sprach sich nur der «allergrösste Teil der Kantone» dafür aus, teilt die Gesundheitsdirektorenkonferenz auf Anfrage mit. Sprich: Einzelne Kantone waren dagegen oder enthielten sich.

4. Machtdemonstration
Die Korrektur des Kantönligeistes kam mit der ausserordentliche Lage. Der Bundesrat übernahm die Führung und beschloss am 16. März in Eigenregie die nächste epidemiologische Stufe, womit neue, klare, schweizweite Lockdown-Massnahmen kamen. Die Kantone wurden auch hier angehalten, Folge zu leisten und die neuen Verbote und Erlasse zu vollziehen.
Auch das ging nicht ohne Kantönligeist. Die Gründe waren alle im Einzelfall verständlich: Der Kanton Uri beschloss für Seniorinnen und Senioren eine «Ausgangsbeschränkung», weil diese sich nicht an das Social Distancing hielten. Genf, Waadt und das Tessin schlossen aus demselben Grund alle Baustellen. Der Bundesrat pfiff die Kantone zurück und sagte, dass das Bundesrecht auch in Altdorf, Genf, Lausanne und Bellinzona zu befolgen sei.
Dass solche Konflikte drohen würden, war den Behörden schon im August 2018 bekannt. Ein juristisches Gutachten zur «besonderen Lage» stellte damals fest, dass eine «enge Zusammenarbeit zwischen Kantonen und Bund beim Vollzug der vom Bund angeordneten Massnahmen nötig, wenn nicht unabdingbar» sei.

5. Fehlende Zusammenarbeit
Diese «enge Zusammenarbeit» gibt es aber bis heute nicht. Die Anhörung der Kantone, die es in der «besonderen Lage» formell gab, wurde mit der Ausrufung der ausserordentlichen Lage abgeschafft. Gesprochen wird nur noch informell miteinander, wenn der Bundesrat zum runden Tisch einlädt. Oder untereinander, wie watson etwa von Zentralschweizer Kantonen erfuhr.
In einer solchen Situation passiert jedoch das, was epidemiologisch in den vergangenen Jahren schief lief: Expertinnen vom Fach und Mahner vor Ort müssen dafür kämpfen, Gehör zu finden. Das erlebt derzeit auch das Tessin. «Wir sind immer zwei Schritte voraus im Kampf gegen Covid», sagte der Tessiner Staatsrat Norman Gobbi.(video)
Ähnlich klingt es von seinem Kantonsarzt Giorgio Merlani: «Wir sind euch etwa eine Woche voraus, lernt aus unserem Beispiel.» Er appellierte deshalb an die restliche Schweiz, diese Zeit zu nutzen. Diese Worte sollen sich der Bund und die Kantone zu Herzen nehmen.

In prigione, più soli che mai

In prigione, più soli che mai

Articolo pubblicato nell’edizione di mercoledì 25 marzo 2020 del Corriere del Ticino

Annullate buona parte delle attività lavorative e, soprattutto, le visite dei familiari – Il direttore: «È la misura che ho preso più a malincuore»
Detenuti e personale uniti per non fare entrare il virus: «Gli ospiti hanno dimostrato un senso di responsabilità che è andato oltre ogni mia aspettativa»

«La situazione è cambiata in modo drastico». Sono parole di Stefano Laffranchini, direttore delle strutture carcerarie ticinesi. È a lui che ci siamo rivolti per capire come l’emergenza coronavirus ha cambiato le giornate all’interno delle prigioni.
Il carcere infatti, nonostante sia per antonomasia un luogo di isolamento (dall’esterno), non è rimasto immune all’emergenza e in queste settimane ai detenuti (tra cui al momento non si registrano casi di positività al virus) sono stati imposti sacrifici. «La situazione – spiega Laffranchini – viene monitorata costantemente dal nostro servizio medico. Siamo in ogni caso pronti sia dal profilo logistico, sia da quello procedurale, a gestire l’epidemia nel caso in cui dovesse diffondersi.
Per preservare il personale, abbiamo inoltre messo in atto anche da noi le misure varate dal governo, limitando le attività (e conseguentemente le risorse necessarie) all’indispensabile e prevedendo la possibilità, per parte del personale, di lavorare da casa tenendosi pronto a raggiungere il posto di lavoro entro sessanta minuti».

Niente visite, ma più ore d’aria
Ma come è mutata la vita dei detenuti? «La situazione è cambiata in modo drastico, e la necessità di preservare la popolazione carceraria dal contagio mi ha purtroppo costretto a sospenderne alcuni diritti. I congedi verso l’esterno e ogni tipo di visita sono stati sospesi, quando normalmente ogni detenuto beneficia, in regime normale, di 7 ore di colloquio mensili. Ammetto che questa è stata la misura che ho preso più a malincuore, in quanto la risocializzazione dei detenuti passa dal mantenimento delle relazioni e dei propri contatti sociali. Ogni detenuto vive inoltre la stessa situazione del resto della popolazione, con parenti, anche vulnerabili e anziani, che ora non può più vedere o incontrare, una situazione che ne accresce la preoccupazione». Ma c’è di più. «Anche gran parte delle attività lavorative e tutte le formazioni sono state sospese, sia per l’impossibilità di garantire il concetto di distanza sociale, sia per mancanza di lavoro; riverbero del blocco di gran parte delle attività produttive deciso dal Governo. Non vi sono per contro state limitazioni alla libertà di movimento dei detenuti. Anzi, la stessa è stata ampliata. Questo per estendere la superficie di movimento e ridurre la densità delle persone, nel rispetto sempre del concetto di distanza sociale».

«Ho riscontrato maturità»
È dunque un periodo di detenzione più duro (anche solo dal punto di vista psicologico) del solito? «Per i motivi che ho accennato in precedenza, e per l’inattività forzata e l’impossibilità di intrattenere contatti di persona con i propri cari, la situazione per i detenuti non è affatto semplice. Eppure ho riscontrato una maturità, una presa di coscienza e un senso di responsabilità che è andato oltre ogni mia aspettativa. La crisi sta in qualche modo unendo popolazione carceraria e personale, che solidalmente si sentono unite nel tentativo di preservare le strutture dal contagio o, anche se questo dovesse avvenire, nel gestirlo nella calma e con responsabilità. Questo è stato possibile grazie a un dialogo continuo con l’insieme dei detenuti, ed è qualcosa che mi serve da insegnamento per il futuro. La gestione della quotidianità di un carcere non forzatamente deve essere comunicata tramite una circolare interna, ma può essere, nel limite del possibile, condivisa: anche in situazioni normali, le scelte gestionali più drastiche, se spiegate compiutamente e dovutamente, rispondendo immediatamente ai dubbi dei detenuti, potrebbero venir comprese e rispettate più responsabilmente».

Attaccamento al lavoro
E come stanno reagendo invece gli agenti di custodia? «Stanno dimostrando un attaccamento alla professione che non mi sorprende. Non è la prima volta che, in situazione di crisi, posso contare su collaboratori che danno tutto per il bene delle strutture carcerarie. Alcuni sollevano legittimi dubbi, perplessità e timori, ma grazie al rapporto di fiducia preesistente instauratosi con i superiori, con la direzione, con il servizio medico e con l’Ufficio dell’Assistenza Riabilitativa ne parlano apertamente, dando modo ai vari servizi di fornire loro le necessarie risposte in tempo reale». E per la sezione aperta? Immaginiamo che i detenuti che aveva una possibilità di lavoro esterno oggi non possono più svolgerla. «I congedi verso l’esterno dalla sezione aperta – spiega Laffranchini – sono stati sospesi, mentre chi lavora per un datore di lavoro continua a farlo, sempre che l’attività non sia stata sospesa. Sei detenuti continuano a essere impiegati all’azienda agricola ORTO, in quanto operativa in un’attività considerata essenziale. Occorre però immaginarsi le condizioni della sezione aperta quasi come quelle “domestiche”: a parte l’impossibilità di lasciare l’edificio e di rimanere con i propri cari, i mezzi di comunicazione, la libertà individuale, eccetera fanno sì che le condizioni dei detenuti non si discostino molto dal cittadino comune costretto a rimanere a casa».