120 Kilo auf 185 Zentimetern verteilt

120 Kilo auf 185 Zentimetern verteilt

Da Basler Zeitung – Alessandra Paone.

Mit dem Tessiner Lega-Mann Norman Gobbi würde ein wuchtiger Politiker in den Bundesrat gewählt

Gegenüber dem kleinen Bahnhof Ambrì-Piotta an der Via S. Gottardo in Ambrì steht ein grosses, hellgelbes Haus mit einem grossen Garten, darin ein kahler Baum. Am Balkon im zweiten Stock weht eine Tessiner Fahne. Ansonsten regt sich nichts. Vom Betrieb der Zahnarztklinik im Erdgeschoss ist nichts zu merken. Das Haus wirkt verlassen, wie im Übrigen die ganze Gegend am oberen Ende der Leventina, die an diesem grauen, kalten Tag Ende November noch trister erscheint.

In diesem Haus wohnte einst Norman Gobbi mit seiner Mutter. Damals wehte am Balkon noch die Fahne der Lega dei Ticinesi. Franco Celio kann sich noch gut an den jungen Gobbi erinnern. Der Tessiner FDP-Kantonsrat war an der Sekundarschule sein Geschichtslehrer. «Ich sehe ihn noch genau vor mir, wie er gross und schwer die Treppe hochrennt und ‹Nano, Lega!› ruft», erzählt er. Nano (Zwerg), so wurde der 2013 verstorbene Giuliano Bignasca genannt, Gründer der Lega dei Ticinesi und Gobbis politisches Idol. Gobbi sei ein guter und interessierter Schüler gewesen, sagt Celio. Ein leidenschaftlicher Debattierer. Feuer und Flamme für die Lega. «Manche sagen, er habe dank meinem Geschichtsunterricht zur Politik gefunden.»

Heute wohnt Norman Gobbi mit seiner Frau Elena und den beiden Kindern Gaia und William in Nante, einem Weiler, der zur politischen Gemeinde Airolo gehört. Der Bürgermeister von Airolo, Franco Pedrini, ist sein Nachbar und, so scheint es, ein Fan von ihm. Gobbi Bundesrat, das wäre perfekt. Für die Schweiz, das Tessin und die Leventina. Für alle halt. «Wir haben lange genug gewartet. Jetzt ist unser Moment gekommen.»

Flavio Cotti war der letzte Tessiner Bundesrat. Er trat 1999 zurück, seither wartet der Südkanton auf die grosse Gelegenheit, wieder in der Landesregierung vertreten zu sein. Jetzt ist sie da, mit 120 Kilo auf 185 Zentimetern verteilt, grösser denn je. Norman Gobbi, 38 Jahre alt, Legist und kantonaler Regierungspräsident, ist neben dem Zuger Thomas Aeschi und dem Waadtländer Guy Parmelin offizieller SVP-Kandidat für die Bundesratswahl vom 9. Dezember. Die SVP konnte er bereits von sich überzeugen, heute Dienstag wird er sich in den Fraktionshearings auch noch den anderen Parteien empfehlen. Während Gobbi in der Deutsch- und Westschweiz als Aussenseiter betrachtet wird, glauben die Tessiner je länger, je mehr an seine Chance. «Am Anfang
dachte ich, es sei ein Scherz. Natürlich habe ich mich gefreut, aber ich war total überrascht», erzählt Pedrini. Schon bald habe er aber gemerkt, dass es sich nicht um eine Juxkandidatur handelt. «Er scheint sowohl Christoph Blocher als auch Toni Brunner zu gefallen; sie haben ihn ja auch angefragt. Das will doch etwas heissen», sagt Pedrini und nickt bedeutungsvoll.

Durchschnitts-Tessiner will Gobbi

Bevor Gobbi nach der Trennung der Eltern mit seiner Mutter nach Ambrì zog, lebte er in Piotta. Beides sind kleine Dörfer, die mit anderen 13, noch kleineren Dörfern zur politischen Gemeinde Quinto gehören und zusammen auf insgesamt 1200 Einwohner kommen.Jeder kennt jeden, und jeder kennt Norman Gobbi.
Als ich kurz vor Mittag in Airolo in den Bus nach Quinto steige, ist ausser dem Chauffeur niemand da. Später füllt sich der Bus mit Schülern; es wird eng und laut. Das stört den Fahrer überhaupt nicht. Munter und redefreudig gibt er Auskunft. Den Norman, ja den kenne er. Noch besser kenne er aber seinen Vater. Als wir durch Piotta fahren, zeigt er mir das Restaurant, das einst Norman Gobbis Grossvater, Dante Gobbi, geführt hatte. «Sehen Sie dort vorne den Mann, der beim geparkten Auto steht? Das ist Normans Onkel.»

Der Buschauffeur, ein Freisinniger, glaubt, dass der Durchschnitts-Tessiner Gobbis Bundesratskandidatur begrüsst. Auch er, obwohl politisch nicht immer mit ihm einverstanden, könnte sich ihn gut als Magistraten vorstellen. Als Vorsteher des Justiz- und Polizeidepartements greift Gobbi auch mal zu unpopulären Massnahmen, um seinen Kanton vor allem vor der Grenzgängerflut aus dem Nachbarland Italien zu schützen – über 60 000 Italiener arbeiten im Tessin. Derzeit ist jeder vierte Arbeitnehmerm Grenzgänger und jeder zweite Ausländer.

Zur Stärkung des Tessiner Arbeitsmarktes und zum Schutz der einheimischen Arbeitnehmer erhöhte Gobbi die Quellensteuer auf Gemeindeebene von 78 auf 100 Prozent. Anschliessend beschloss er, dass alle Ausländer, die eine Aufenthaltsbewilligung wollen, ein Strafregister vorlegen müssen.

Die Massnahmen lösten in Rom beinahe eine diplomatische Krise aus; in Bern führten sie dazu, dass Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf Anfang September mit einer Delegation in den Südkanton reiste. Gobbi empfing die Gäste aus der Bundesstadt mit einem Lächeln und wich kein bisschen von seiner Haltung ab. «Manchmal muss man den Leuten auf die Nerven gehen, um etwas zu erreichen», sagte Gobbi der BaZ eine Woche nach dem hohen Besuch. Und kurz nachdem ihn die Tessiner SVP offiziell als Bundesratskandidaten nominiert hatte, sagte er mit breitem Grinsen: «Wenn ich Bundesrat werde, muss bei Problemen nicht gleich eine Delegation ins Tessin reisen. Mit mir sitzt dann eine direkte Ansprechperson in Bern.»

Neben Norman Gobbi steht im Tessin noch ein anderer grosser, schwerer Mann bereit, im «Chalet fédéral» Platz zu nehmen: CVP-Ständerat Filippo Lombardi. Allerdings erhält dieser seine Chance erst bei einem frühzeitigen Rücktritt der CVP-Bundesrätin Doris Leuthard. Und dann auch nur, wenn es ihm gelingt, aussichtsreiche Anwärter wie Pirmin Bischof oder Christophe Darbellay auszustechen.

Für den Buschauffeur wäre auch Lombardi ein valabler Bundesrat, aber eher zu einem späteren Zeitpunkt. «Mit dem aktuellen Flüchtlingsproblem und dem zunehmenden Wunsch der Bevölkerung nach mehr Sicherheit ist Gobbi derzeit wohl der geeignetere Kandidat», sagt er. Ein Bundesrat Lombardi wäre auch für Airolos Gemeindepräsidenten Franco Pedrini durchaus vorstellbar, vor allem weil dieser wie er der CVP angehört. «Eigentlich müsste ich Lombardi die Daumen drücken. Aber wichtig ist, dass wir so rasch als möglich einen guten Bundesrat aus dem Tessin haben, und Norman ist nun mal näher am Ziel», sagt Pedrini. Bei Lombardi komme noch seine Partei mit taktischen Überlegungen erschwerend hinzu. «Bei der Lega wird hingegen nicht taktiert, dort geht es um alles oder nichts.»

Einen Bundesrat um jeden Preis, damit kann der Freisinnige Franco Celio nicht viel anfangen. Anders als die meisten Tessiner ist er der Meinung, dass die Interessen der Kantone am besten durch ihre jeweiligen Parlamentariervertreten werden. Einen Bundesrat aus dem Tessin zu haben, müsse nicht gleich mehr Einfluss bedeuten. Flavio Cotti etwa habe dem Tessin nicht mehr gebracht als ein Bundesrat aus
einem anderen Kanton.

Celio, der Gobbi als Schüler erlebte und der heute als Kantonsrat politisch mit ihm zu tun hat, bezweifelt, dass im Tessin alle hinter seiner Kandidatur stehen. «Wer ihn nur aus den Medien kennt, ist wenig begeistert. Er ist zwar gereift, die populistische Lega-Sprache des Giuliano Bignasca hat er aber nicht verlernt», sagt Celio.

Quinto, Hochburg der Bundesräte

Nach Enrico Celio (1940–1950) und Nello Celio (1966–1973) wäre Gobbi bereits der dritte Bundesrat, der aus einem Dorf der Gemeinde Quinto stammt. «Eine Wahl Gobbis würde den Lokalstolz verstärken», sagt Nicola Petrini, Gemeindeverwalter von Quinto. Quinto, die Hochburg der Bundesräte sozusagen. Aus der Leventina stammte auch Giuseppe Motta. Seine Amtszeit von 28 Jahren (1912–1940) ist die bisher drittlängste aller Bundesräte, fünfmal hatte er das Amt des Bundespräsidenten inne.

Auf der Rückfahrt von Quinto nach Airolo fährt der Bus durch Piotta. Wäre da nicht das Ortsschild, man würde es glatt übersehen. Die Gobbis stammen aus Piotta. Googelt man im Internet das Dorf, kommt immer wieder der Name Gobbi. Norman wird meistens als Persönlichkeit aufgeführt. Um die verschiedenen Familienstämme voneinander zu unterscheiden, gab man ihnen einen Übernamen. Norman Gobbis Familienstamm hiess Vais. Warum, das kann man nicht so genau sagen. Der Historiker Franco Celio vermutet, dass es an dem schlohweissen Haar liegt, das die Gobbis im Alter bekommen. «Gobbis Vater, Onkel und Grossvater, alle haben sie weisse Haare. Norman wird bestimmt auch mal ganz weiss werden.»

Der Bus fährt weiter durch Ambrì, vorbei am hellgelben Haus mit der wehenden Tessiner Fahne. Vorbei an Norman Gobbis Lebensstationen. Die nächste wird vielleicht Bern sein. Doch dort fährt dieser Bus nicht vorbei.

“Eishockey ist wie Politik”

Da Neue Luzerner Zeitung – Kari Kälin.

Als Hockeyspieler stiess er rasch an seine Grenzen. Dafür kommt Norman Gobbi vielleicht bald zu Bundesratsweihen. Der Tessiner erklärt, weshalb dies für seinen Kanton so wichtig wäre.

Norman Gobbi, Sie spielten bei den Junioren des Hockeyclubs Ambrì-Piotta …

Norman Gobbi: … ohne grossen sportlichen Erfolg. Mein Bruder Egon hingegen wurde Schweizer Meister bei den Elite- Junioren. Und mein Cousin John Gobbi ist heute Captain des HC Lausanne.

Haben Sie als Kind davon geträumt, in der Valascia vor vollen Rängen als Ambri-Spieler aufzulaufen?

Gobbi: Das tut jedes Kind, das in der Leventina mit Eishockey beginnt. Ich wusste schon früh, dass ich kein grosser Hockeyspieler würde. Ich habe mich deshalb an anderen Fronten engagiert.

Nämlich?

Gobbi: In verschiedenen Vereinen. Ich habe zum Beispiel als 16-Jähriger Risotto für den Fasnachtsverein gekocht oder engagierte mich in Turn- und Schützenvereinen. Mit 14 Jahren wurde ich Hockeyschiedsrichter. Davon habe ich stark profitiert. Ich musste mich schon als Teenager gegen erwachsene Spieler behaupten und lernte nebenbei Deutsch.

Helfen Eigenschaften aus dem Eishockey für Ihre jetzige Tätigkeit?

Gobbi: Eishockey ist ein bisschen wie die Politik. Wenn man politische Bodychecks austeilen will, muss man auch Kritik einstecken können. Das ist Teil des Spiels.

Für die Bundesratswahlen vom übernächsten Mittwoch, quasi die Playoffs, tragen Sie nun plötzlich ein SVPTrikot. War das die Idee der SVP Schweiz, oder haben Sie Toni Brunner angerufen und sich selber ins Spiel gebracht?

Gobbi: Die SVP Schweiz hat mich kontaktiert. Es half sicher, dass ich 2010 ein Jahr als Lega-Nationalrat der SVP-Fraktion angehörte. Die SVP weiss, dass ich ihre Werte –Unabhängigkeit, Freiheit und Sicherheit – teile. Die Lega dei Ticinesi und die SVP haben sich auf meine Bundesratskandidatur verständigt.

Ist Ihr Transfer zur SVP zwecks Förderung der eigenen politischen Karriere nicht ganz einfach opportunistisch?

Gobbi: Wenn ich in Schwyz anstatt Faidogeboren worden wäre, in welcher Partei wäre ich wohl? Natürlich in der SVP. Damit erübrigt sich Ihre Frage. Ich bin der Lega beigetreten, weil sie 1992 als einzige politische Formation im Kanton Tessin den Beitritt zum EWR ablehnte.

Wollten Sie schon immer Bundesrat werden?

Gobbi: Als Kind wollte ich Koch oder Diplomat werden. Ich habe mich aber schon früh auf verschiedene Art für das Gemeinwohl eingesetzt. Ich verstehe es als Aufgabe, mich für die Gemeinschaft einzusetzen. In der Schweiz sind die Bürger der Staat, der Staat ist den Bürgern nicht fremd. Dieses Motto habe ich verinnerlicht.

Die Lega-Zeitung «Mattino della Domenica» hat Sie schon in Superman-Kleidern («SuperNorman») auf der Frontseite präsentiert, während sie zum Beispiel Bundesräte scharf attackiert. Der Nachname von Eveline Widmer-Schlumpf wird wörtlich übersetzt («Widmer-Puffo»). Ihr Kommentar?

Gobbi: Das gefällt mir nicht. Das widerspiegelt nicht meinen Kommunikationsstil. Ich werde ennet des Gotthards geschätzt,weil ich klare Positionen vertrete, durchaus harte Kritik formuliere, dies aber mit Respekt mache und letztlich pragmatisch nach Lösungen suche.

Weshalb sollte der nächste Bundesrat aus der italienischen Schweiz sein?

Gobbi: Sie nimmt eine Scharnierfunktion zwischen der Deutschund Westschweiz ein. Zudem steht in der Bundesverfassung geschrieben, dass die Sprachregionen und Landesteile angemessen in der Landesregierung vertreten sein sollten. Die Schweiz hat seit 16 Jahren keinen Tessiner Bundesrat mehr – so lange wie nie mehr seit dem 19. Jahrhundert. Es darf keine Selbstverständlichkeit werden, dass die italienische Schweiz nicht im Bundesrat repräsentiert ist. Die Tessiner sind begeisterte Schweizer. Aber ab und zu muss dieses Feuer neu entfacht werden.

Was könnten Sie als Bundesrat für den Kanton Tessin konkret herausholen?

Gobbi: In den letzten zwei Jahren sind immer wieder Bundesräte ins Tessin gereist, um den Kanton zu verstehen. Ich könnte die Positionen des Kantons Tessin und dessen Besonderheiten direkt einbringen. Der Kanton grenzt an die Lombardei mit zehn Millionen Einwohnern. Jeder vierte Arbeitnehmer ist ein Grenzgänger. An der Südgrenze herrscht seit langem grosser Migrationsdruck. Wir kämpfen mit Lohndumping. Der Kanton Tessin ist eine Art Warnlampe, der Entwicklungen vorwegnimmt, mit denen später auch andere Landesteile konfrontiert sind. Von dieser Erfahrung könnte der Bundesrat profitieren.

Die Zentralschweiz hatte, gemessen an der Bevölkerung, so wenige Bundesräte wie keine andere Region. Hätten wir es nicht auch wieder einmal verdient?

Gobbi: Das muss die Vereinigte Bundesversammlung entscheiden. Als Oberleventiner liegt mir die Gotthardregion und damit die Zentralschweiz am Herzen. Fans aus Uri, Schwyz und Ob- und Nidwalden sowie Luzern besuchen Hockeyspiele von Ambrì-Piotta.

Sie wären also auch ein bisschen ein Zentralschweizer Bundesrat?

Gobbi: Mit ein bisschen gutem Willen vielleicht ja. Ich wohne in Airolo. Altdorf erreiche ich mit dem Auto in 45 Minuten. Für Bellinzona brauche ich nicht weniger lang.

Im Kanton Tessin erfahren Sie viel Unterstützung, sind aber für viele linke Wähler auch ein rotes Tuch. Und der ehemalige Staatsanwalt Paolo Bernasconi hat Sie als Schande für das Tessin bezeichnet, weil Sie die Konfrontation anstatt den Konsens suchen würden.

Gobbi: Im Frühling wurde ich mit brillanten 73 540 Stimmen als Regierungsrat bestätigt. Die Regierung und der Kantonsrat, auch Vertreter linker Parteien, unterstützen mich. Auf der Strasse drücken mir viele Bürger die Daumen. Ein bisschen Kritik ist Teil des politischen Spiels. Ob man jemanden als konfrontativ bezeichnet oder nicht, hängt vom politischen Standpunkt ab. Unter dem Strich politisiere ich lösungsorientiert.

Sie verlangen Strafregisterauszüge für Ausländer, die eine Aufenthalts- oder eine Grenzgängerbewilligung beantragen. Damit gehen Sie auf Konfrontationskurs mit Justizministerin Simonetta Sommaruga (SP), die Sie für diesen Schritt gerüffelt hat. Können Sie sich vorstellen, mit ihr gut zusammenzuarbeiten?

Gobbi: Ich interpretiere diese Geschichte nicht so. Es handelt sich um eine Polizeimassnahme, die der Sicherheit dient. Und Sicherheit ist nicht eine Selbstverständlichkeit. Bundespräsidentin Sommaruga hat nach den Angriffen in Paris gesagt, Sicherheit sei ein hohes Gut, vielleicht sogar das höchste Gut, ohne Sicherheit werde alles schwierig. Da habe ich nichts hinzuzufügen.

Sprechen wir noch einmal über Eishockey. Sie haben auf den Zuschauerrängen im Jahr 2007 einen schwarzen Spieler des HC Lugano als «negro» bezeichnet. Wie erklären Sie diesen Ausrutscher bei den Anhörungen der Bundeshausfraktionen?

Gobbi: Es handelt sich um eine Jugendsünde, die ich bereue und für dich ich mich schon mindestens 1000 Mal entschuldigt habe, zuerst beim Spieler selber und danach bei den Verantwortlichen des HC Lugano. Ich habe daraus meine Lehren gezogen und halte gleichzeitig fest, dass ich deswegen nie angeklagt oder verurteilt wurde.

“Bin nicht stramm auf SVP-Linie”

“Bin nicht stramm auf SVP-Linie”

Da San Galler Tagblatt – Gerhard Lob

Der Tessiner Lega-Regierungsrat Norman Gobbi ist offizieller SVP-Bundesratskandidat. Er sieht sich als Brückenbauer zwischen den Landesteilen. Auf Jugendsünden angesprochen, sagt er: «Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.»

Vor einer Woche wurden Sie von der SVP als offizieller Bundesratskandidat nominiert. Was treibt Sie persönlich an, dieses hohe Amt anzustreben?
Norman Gobbi: Als Kandidat und Vertreter der italienischen Schweiz auf dem Dreierticket sehe ich mich in einer Scharnierfunktion für die Landesteile. Das ist wichtig. Ich will ein Brückenbauer sein – innerhalb der Schweiz zwischen den Sprachregionen und mit unsern Nachbarländern, insbesondere mit Italien.

Eine Reihe von Kommentatoren sprechen von einer Alibi-Kandidatur aus der italienischen Schweiz,zumal sie erst vor wenigen Tagen der SVP beigetreten sind.
Gobbi: Ich sehe mich nicht als Alibi-Kandidat. Das Tessin ist auch kein Alibi-Kanton, sondern vollwertiges Mitglied der Eidgenossenschaft. Die italienische Schweiz ist seit 16 Jahren nicht mehr in der Landesregierung vertreten. Daher würde meine Wahl die nationale Kohäsion stärken. Und in der Verfassung steht, dass die verschiedenen Landesteile in der Landesregierung angemessen vertreten sein sollen.

Aber es reicht ja wohl nicht, einfach Tessiner zu sein, um Bundesrat zu werden?
Gobbi: Ich bringe auch meine Person und politische Erfahrung als Gemeinde-, Kantons-, National- und Regierungsrat mit ein. Ich bin in interkantonalen Gremien tätig. Ich verfüge über Sachkenntnisse in Sicherheits-, Migrations- und Integrationsfragen und führe als aktueller Regierungspräsident der Repubblica e Cantone Ticino 1500 Mitarbeitende.

Ihr Verhalten aus dem Jahr 2007 sorgte für Schlagzeilen, als Sie einen schwarzen Eishockeyspieler des HC Lugano als «negro» bezeichneten und dafür gebüsst wurden.
Gobbi: Ich stehe zu meinen Jugendsünden und ich bin nicht stolz darauf. Ich habe mich auch entschuldigt. Aber schon in der Bibel steht: «Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.» Dieses Gebot hat man bei früheren Bundesräten mit Jugendsünden manchmal auch berücksichtigt und ist gut gefahren damit.

Sie sprechen von Jugendsünden. Doch Sie waren damals 30 Jahre alt und bereits Grossrat.
Gobbi Aus Fehlern lernt man. Heute bin ich Regierungsmitglied. Das Amt prägt und verändert. Mit Jugendsünden meine ich, wenn man erstmals etwas falsch macht. Heute bin ich in der Sache auch hart, aber stets mit Respekt.

Sie präsentierten sich als Brückenbauer. Doch Ihre Mutterpartei – die Lega – forderte wiederholt, Mauern zu bauen, insbesondere an der Grenze nach Italien. Wie geht das zusammen?
Gobbi: Man muss auch sehen, dass die Lega die einzige Partei war, die grenzüberschreitende Kontakte pflegte. Aber hier antworte ich heute als Norman Gobbi, als SVP-Bundesratskandidat, nicht als Lega. Ich bin Italien politisch gegenüber kritisch, aber in Sachen Sicherheit strebe ich eine enge Zusammenarbeit an.

Sie selbst haben dieses Jahr gefordert, die Grenzen zu schliessen und die Verhandlungen in Steuerfragen mit Italien abzubrechen. Das tönt nicht nach Brücken.
Gobbi: Die Einführung von Grenzkontrollen forderte ich im Juni dieses Jahres, als Italien darauf verzichtete, das Dubliner-Abkommen anzuwenden, indem nur noch jeder dritte Migrant erfasst wurde.

Die von Ihnen eingeführten Massnahmen für Grenzgänger und Aufenthaltsbewilligungen haben viel Staub aufgewirbelt und auch zu Kritik aus Bern geführt. Diese Woche nun wurde eine Massnahme zurückgenommen. Grenzgänger müssen kein Zertifikat über laufende Verfahren mehr bringen. Ist das ein taktisches Manöver vor der Wahl?
Gobbi: Nein, das ist ein Regierungsentscheid, um die Steuerverhandlungen mit Italien nicht zu blockieren. Aber die Pflicht, einen Strafregisterauszug für Bund G-Bewilligungen vorzuweisen, wird beibehalten. Daran werde ich nicht rütteln.

Die SP meint, es seien nur Kandidaten wählbar, die sich eindeutig zur europäischen Menschenrechtskommission bekennen. Tun Sie das?
Gobbi: Man kann gar nicht gegen Menschenrechte sein. Wenn man sie aber zu weit fasst, dann werden sie zahnlos und verlieren ihre Wirkung.

Unterstützen Sie die SVP-Initiative «Schweizer Recht statt fremde Richter»?
Gobbi: Die Selbstbestimmungs- Initiative der SVP stellt das Völkerrecht nicht in Frage. Sie will nur den schleichenden Souveränitätsverlust bremsen, der in einem immer engeren Netz von Abkommen, Verträgen und Nachvollzug entsteht und unsere Freiheit und die direkte Demokratie einschränkt.

Sie sind Lega-Regierungsrat, aber SVP-Kandidat. Kann man gleichzeitig zwei Parteihemden tragen?
Gobbi: Ich bin dankbar und freue mich, dass mich die SVP auf ihr Ticket genommen hat, obwohl ich nicht stramm auf ihrer Linie politisiere. Uns verbinden aber die gemeinsamen Werte, allen voran die Freiheit

Dichiarazioni rese da Norman Gobbi alla Conferenza stampa del Gruppo UDC alle Camere federali

Dichiarazioni rese da Norman Gobbi alla Conferenza stampa del Gruppo UDC alle Camere federali

20151120 CS Norman Gobbi

Lo spirito del federalismo vive! L’esprit du fédéralisme vit! Der Geist des Föderalismus lebt!
Mit ihrem Entscheid bekennt sich die SVP-Fraktion zu einer multikulturellen Schweiz.
Con la scelta di oggi, oltre che onorare la mia persona, il gruppo porta onore alla mia terra e a tutta la Svizzera italiana, riconoscendone il ruolo essenziale nel nostro Paese.

Vor allem aber zeigt die SVP…

Respekt vor der Bundesversammlung. Denn mit drei Kandidaten aus drei verschiedene Landesteilen und Sprachregionen bekommt sie eine echte Auswahl vorgesetzt.

Respekt vor der Bundesverfassung: la Constitution fédérale prévoit que les diverses régions et les communautés linguistiques doivent être équitablement représentés, déjà au stade des propositions. La Suisse italienne n’est plus représentée au sein du Gouvernement fédéral depuis seize ans: avec ma candidature officielle, le fédéralisme, la cohésion et la pluralité culturelle sont valorisés.

Respekt vor der “Repubblica e Cantone del Ticino”. Das Tessin leistet einen wichtigen Beitrag für die Kohäsion des Landes. Es verhindert bipolare Verhältnisse in der Schweiz, so wie sie beispielsweise in Belgien herrschen. Der Entscheid der SVP ist daher auch ein Zeichen der Anerkennung für die wichtige Rolle, die das Tessin in unserem Land spielt.

Ich bin überzeugt, dass ich als Vertreter einer sprachlichen Minderheit mithelfen kann, Brücken zu bauen. Je sais construire des ponts entre les Romands et les Tessinois, entre la Suisse italienne et la Deutschschweiz, et particulièrement entre les Romands et les Suisses allemands.

Als Vertreter der italienischsprachigen Schweiz sehe ich mich als Brückenbauer, als Brückenbauer über den Rösti- und Polentagraben, aber auch als Brückenbauer zwischen der Schweiz und unseren Nachbarländern!

 

Berna, 20 novembre 2015

Gobbi: «Ogni cittadino è una sentinella»

Gobbi: «Ogni cittadino è una sentinella»

Da Giornale del popolo / Nicola Mazzi

Il presidente del Consiglio di Stato sottolinea anche che a dipendenza
dell’evolversi della situazione i controlli potranno intensificarsi
oltre che alle frontiere anche all’interno del territorio.

I fatti di Parigi stanno avendo conseguenze anche alle nostre latitudini. Oltre a un maggiore controllo alle frontiere (vedi articolo a lato) vi è stato un incontro tra Guardie di confine e Polizia cantonale per un migliore coordinamento delle operazioni legate alla sicurezza. Proprio da questo fatto siamo partiti per un approfondimento della situazione con il presidente del Governo Norman Gobbi.

Presidente Gobbi cosa ci può dire dell’incontro tra Polizia cantonale e Guardie di confine?

«Se arriva l’ordine da Berna di intensificare i controlli, evidentemente, oltre ad avere un effetto sulle Guardie di confine, implica delle conseguenze anche sul dispositivo della Polizia cantonale. Sul dettaglio non posso ovviamente esprimermi, anche perché i terroristi sono molto attenti alle informazioni fornite dalle autorità; hanno difatti un buon monitoraggio dei media e quindi occorre mantenere un certo riserbo sulle strategie che adottiamo. Il tutto per una maggiore sicurezza delle operazioni. L’incontro di questa mattina conferma comunque l’ottima collaborazione tra le forze dell’ordine presenti sul nostro territorio, collaborazione che in situazioni come questa, viene conseguentemente intensificata».

Il piccolo Ticino può pensare a misure concrete per combattere il terrorismo?

«Ci sono due dimensioni sulle quali lavorare. Per la prima faccio riferimento a un’operazione di polizia avvenuta la scorsa settimana a Merano che ha portato all’arresto di 13 persone implicate nel reclutamento di terroristi. Il fatto che la base di reclutamento si trovasse in un appartamento a Merano, deve farci riflettere. Perché è una citta dina simile alle nostre, con un controllo sociale ancora presente. Ciò dimostra che un sistema di sicurezza deve essere attivato in modo più sensibile. La seconda dimensione sulla quale lavorare riguarda la politica dell’integrazione. Occorre fare in modo che i cittadini stranieri che giungono nel nostro Paese – che siano di prima, seconda, terza o quarta generazione – facciano loro i nostri valori di libertà e democrazia, alfine di scongiurare il rischio di una loro emarginazione dal nostro tessuto socio-culturale. Un aspetto che potrebbe infine implicare pure il reclutamento da parte di organizzazioni terroristiche, come è accaduto di recente a cittadini svizzeri o francesi cresciuti nei nostri paesi che si sono arruolati nell’ISIS. Un rischio che dobbiamo evitare».

E i cittadini che cosa possono fare?

«I cittadini sono le nostre sentinelle sul territorio: se si sentono insicuri o osservano situazioni dubbie, devono riferirsi all’autorità. E quindi chiamare il 117, numero di riferimento nell’ambito delle urgenze. Si tratta comunque di non perdere d’occhio la normalità. È vero, gli attacchi di Parigi hanno dato un segnale molto chiaro sull’obiettivo che i terroristi volevano colpire: è stata un’aggressione al nostro modo di vivere. Ma ciò non deve impedirci di vivere la nostra libertà».

Da più lettori ci arrivano domande sul fatto che alla dogana si aspettavano code di auto che invece non ci sono state. Una sua precisazione in merito potrebbe essere utile. 

«Come indicato in precedenza, la situazione viene monitorata costantemente dalle autorità federali e cantonali competenti. Al momento nel nostro Cantone sono state attuate delle misure preventive di presenza sul territorio, che non implicano ancora disagi visibili alle nostre frontiere in particolare. A dipendenza dell’evolversi della situazione, i controlli potranno essere intensificati sulla frontiera da parte delle Guardie
di confine e sul territorio cantonale dalla nostra Polizia, ciò che potrebbe anche comportare tempi di attesa così come accaduto negli ultimi giorni sul confine con la Francia e i Cantoni romandi».

Secondo lei si deve continuare come fatto finora o dare più spazio alla repressione rispetto all’integrazione?

«Il lavoro del mio Dipartimento, in questi anni, ha sempre posto grande attenzione all’integrazione: dall’arrivo di uno straniero sul nostro territorio alla sua dimora in Ticino. Abbiamo sempre cercato di lavorare sulla condivisione dei nostri principi, lo abbiamo fatto con una pubblicazione di benvenuto con la quale spieghiamo a queste persone quali sono i nostri valori e il nostro modo di vivere, alfine che esse, nel loro processo d’integrazione, li facciano propri. È un aspetto centrale, perché dobbiamo evitare che nascano dei ghetti, piccoli o grandi che siano; forse qualcuno già c’è, ma dobbiamo evitare che si diffondano e che diventino incontrollati come invece può capitare nelle grandi città europee. Un compito che dovrebbe essere facilitato dall’essere una piccola realtà. Ma ci vuole l’impegno di tutti, a cominciare dalle comunità straniere presenti in Ticino che già oggi sono attive in questo senso. Per quanto riguarda il Cantone, ci troviamo in una fase di transizione con la partenza del delegato all’integrazione Francesco Mismirigo. Ma le preoccupazioni appena descritte, assieme al programma d’integrazione della Confederazione e del Cantone, dovranno essere centrali anche in avvenire».

La collaborazione con le altre Polizie degli altri Cantoni sarà intensi ficata?

«Per prima cosa va ricordato che la sicurezza interna nel nostro Paese è di competenza della Polizia e quindi dei vari corpi cantonali. Il livello operativo nazionale viene coordinato dalla Conferenza dei comandanti delle Polizie cantonali svizzere che ha attivato, anche a seguito degli attacchi di inizio anno in Francia, un apposito stato maggiore di condotta di polizia. Questa coordinazione avviene in stretta collaborazione con la Polizia federale, così come anche con il Dipartimento federale della difesa. Una collaborazione tra autorità cantonali e federali che ha quale obiettivo il coordinamento in caso di eventi maggiori, così come la raccolta e la gestione di tutte quelle informazioni potenzialmente sensibili che devono essere condivise tra tutti i partner».

I contatti con il Consiglio federale o i Dipartimenti federali che si occupano di affari esteri o di sicurezza sono potenziati?

«Personalmente ho contatti regolari. Per esempio giovedì e venerdì ero a Davos per l’incontro con i direttori cantonali dei Dipartimenti di giustizia e polizia e con i consiglieri federali Ueli Maurer e Simonetta Sommaruga. Credo che ogni Cantone debba sentirsi coinvolto in questa situazione. Certo, alcune regioni possono essere potenzialmente più esposte come Ginevra e Vaud con le multinazionali, Basilea con l’industria farmaceutica, Zurigo con la piazza finanziaria, Lucerna con i suoi simboli cattolici o Argovia con le centrali nucleari. Ogni Cantone ha degli obiettivi sensibili e potenzialmente nel mirino di qualche organizzazione terroristica. E ciò deve farci riflettere: nessuno può guardare solo al suo orticello, ma occorre agire tutti insieme per rafforzare la nostra sicurezza. La collaborazione intercantonale è dunque importante, così come quella tra la Svizzera e gli altri Paesi. A questo proposito domani sarò in visita ufficiale a Milano e quello della collaborazione sarà sicuramente un tema di discussione con le autorità italiane».

Montagna, ecco cosa vuol dire crederci per davvero

Montagna, ecco cosa vuol dire crederci per davvero

Per capire meglio le valli bisogna viverle. Solamente così si possono comprendere in profondità i loro pregi, le problematiche e soprattutto le sfide con le quali sono confrontate. Vivere le valli in prima persona è una scelta di vita a livello personale e professionale; una scelta di cui, però, come può testimoniare il sottoscritto che ha fatto delle valli – e della Leventina in particolare – la sua casa, è difficile pentirsi, visti gli aspetti positivi che contraddistinguono la vita in queste splendide zone. Ed è proprio poiché “tocco con mano” ogni giorno gli atout di queste regioni che, sin dal mio arrivo al Dipartimento delle istituzioni, ho promosso una serie di misure, possibili anche grazie allo sviluppo dell’informatica, a sostegno di un’adeguata e, per volontà politica, rafforzata presenza di posti di lavoro statali nelle regioni periferiche; fondamentale per accrescere la loro attrattiva dal punto di vista socio-economico. Misure che non devono in alcun modo peggiorare il servizio ai cittadini e alle aziende; anzi, grazie alle nuove tecnologie, senza compiere notevoli sforzi e senza abbassare il livello qualitativo dei servizi, vi sono diverse attività che possono essere svolte in maniera ottimale anche al di fuori dei centri urbani.

Il primo sostanziale passo intrapreso dal mio Dipartimento è stata la dislocazione dell’Ufficio del registro di commercio a Biasca, che fece molto discutere ma che oggi possiamo affermare fieramente essere un successo: il servizio è di qualità e con tempi rapidi di evasione delle richieste. È altresì da notare che tutti i nuovi collaboratori dell’Ufficio abitano nelle Tre Valli, oltre al fatto che il personale allora occupato a Lugano, è stato reintegrato in altri settori pubblici. A seguito di questa esperienza certamente positiva, benché criticata e combattuta, ho proposto al Consiglio di Stato di studiare quali servizi potessero essere dislocati nelle regioni periferiche. Non nego che questo approccio abbia trovato poco entusiasmo nei funzionari dirigenti dell’amministrazione e il dossier, dopo essere stato elaborato, è ancora pendente sul tavolo del Governo. Non per questo ho deciso di fermarmi e nuove misure, come quella del futuro centralino telefonico del settore esecuzione a Faido, sono previste dal mio Dipartimento, l’unico attivatosi concretamente su questo fronte. La dislocazione o la centralizzazione dei servizi nelle zone periferiche ha infatti il vantaggio di creare occupazione proprio laddove ogni posto di lavoro ha un duplice valore: dare un lavoro e permettere alle famiglie di vivere in valle.

Mi fa quindi molto piacere il “risveglio montanaro” del PPD, che ha però bisogno di esempi concreti da parte dei politici stessi, che oltre ad appellarsi alle valli dovrebbero anche viverci. La migliore strategia che si possa volere per mantenere vive le regioni periferiche è quella che non ha bisogno di articoli costituzionali, ma solo di un po’ di buona volontà da parte di tutti. Parola di un vallerano.

Norman Gobbi
(Giornale del Popolo, 26.08.2015)

Il presidente del Consiglio di Stato incontra il vescovo siro-ortodosso di Zahle (Libano)

Il presidente del Consiglio di Stato incontra il vescovo siro-ortodosso di Zahle (Libano)

Il presidente del Consiglio di Stato Norman Gobbi e il segretario generale del Gran Consiglio
Gionata Buzzini hanno ricevuto oggi a Bellinzona il vescovo siro-ortodosso di Zahle (Libano),
monsignor Boulus Safa, accompagnato da una delegazione della Federazione degli Aramei
(Siriaci) in Svizzera, guidata dal presidente Melki Toprak.
Monsignor Safa – che giovedì ha partecipato a una riunione a Berna, con i rappresentanti del
Dipartimento federale degli affari esteri – ha riassunto le conseguenze che la drammatica
crisi siriana ha avuto anche sul territorio del Libano, in particolar modo nella Diocesi di Zahle.
Il massiccio afflusso di rifugiati seguito all’inizio delle operazioni militari, sin dall’inizio del
2012, ha infatti messo a dura prova le strutture di accoglienza della regione. A questo
proposito, sono stati presentati i progetti avviati dalla Diocesi, con l’obiettivo di dare alloggio
temporaneo a 300 famiglie di cristiani costretti alla fuga dalla Siria e di assicurare la
formazione scolastica dei giovani rifugiati.
Il presidente del Consiglio di Stato ha espresso anzitutto la vicinanza del Governo ticinese ai
cristiani d’Oriente, che stanno vivendo un periodo carico di sofferenza, e ha ricordato la
presenza forte e attiva della comunità siriaca-aramaica sul territorio del Cantone. A livello
concreto, è stato ribadito l’impegno costante del Dipartimento delle istituzioni per favorire i
ricongiungimenti familiari, in aiuto alle persone in fuga dalle zone di conflitto.

Il perché di una decisione coraggiosa

Chi non ricorda Raffaele Sollecito, che ha ottenuto un permesso B nel nostro Cantone, omettendo nell’autocertificazione dei precedenti penali di indicare la sua situazione aperta con la giustizia italiana? Oppure il caso dell’ex operaio frontaliere delle officine FFS di Bellinzona, sospettato di essere a capo di una cellula locale della Ndrangheta? O ancora, il giovane italo-dominicano che ha aggredito brutalmente un sessantenne di Gordola, un giovane criminale che era già stato condannato nel nostro Paese a un anno di reclusione, oltre che implicato in una lunga serie di reati gravi, ma malgrado ciò, sempre residente sul nostro territorio? Tutti questi sono esempi che ci dicono che il sistema di controllo dei permessi per stranieri non funzionava e che occorreva quindi intervenire con i necessari correttivi.

Dall’inizio del mio mandato quale Direttore del Dipartimento delle istituzioni, responsabile dell’autorità cantonale che si occupa della concessione dei permessi, ho sin da subito cercato dei correttivi a questo genere di situazioni che tanto fanno indignare i cittadini, creando incredulità e confusione.

Nel settembre 2013, per evitare il ripresentarsi di situazioni come quella di Raffaele Sollecito, Christian Vitta per il Gruppo PLR, aveva presentato una mozione volta al miglioramento della procedura per la concessione di permessi di dimora, postulando una serie di verifiche e provvedimenti. Poiché nel frattempo erano già in atto dei correttivi da parte del mio Dipartimento, alla medesima è stata data risposta il dicembre scorso, invitando il Parlamento a respingerla. Inoltre, alcune misure proposte, come quella della deroga al diritto dei cittadini europei di ottenere un permesso di dimora per motivi di ordine pubblico, di pubblica sicurezza e di pubblica sanità, erano state ritenute improponibili, siccome non conformi all’Accordo sulla libera circolazione. Ottenere l’estratto del casellario giudiziale per motivi legati all’ordine e alla sicurezza pubblici deve difatti essere giustificato da fatti concreti.

Una risposta questa, corretta giuridicamente, ma difficilmente condivisibile quando accadono degli episodi criminali come quello di Novazzano. E questa risposta mi riporta all’inizio del mio mandato nel 2011, quando chiesi di sostituire l’inutile autocertificazione con la presentazione dell’estratto del casellario giudiziale del Paese di provenienza del richiedente, così da poter valutare gli eventuali precedenti. La risposta da parte dei giuristi del Dipartimento fu chiara, non si poteva fare poiché occorreva attenersi a quanto disposto dall’Accordo sulla libera circolazione, che non permette la richiesta sistematica dell’estratto del casellario giudiziale. Questo “no”, ripetutomi tante volte come un mantra in questi quattro anni, non mi ha comunque dissuaso dall’intervenire per correggere la situazione.
E allora ho messo in atto una vera e propria strategia di controllo volta a contrastare efficacemente le situazioni di abuso: abbiamo incrementato i controlli ridefinendo le priorità operative dell’Ufficio della migrazione, abbiamo favorito lo scambio di informazioni tra le varie autorità cantonali (in particolare: Polizia, Istituto delle assicurazioni sociali, Ufficio del sostegno sociale e dell’inserimento, Ufficio delle prestazioni complementari, Cassa cantonale di compensazione per gli assegni AFI/API, Sezione del lavoro per il tramite degli Uffici di collocamento, ecc.), abbiamo altresì sensibilizzato i Comuni a segnalare casi dubbi, fornendo loro anche una linea telefonica preferenziale per farlo. Ho poi voluto che la richiesta di rinnovo o concessione dei permessi comprendesse della documentazione aggiuntiva, quale il contratto di lavoro, l’indicazione dello stipendio preciso, il contratto di affitto e la dichiarazione del proprietario dell’alloggio d’essere d’accordo che altre persone straniere, oltre al locatore, vivano nell’appartamento, tutta documentazione che Berna e Bruxelles ci hanno cortesemente invitato in più occasioni a non richiedere. Ho inoltre riorganizzato l’Ufficio della migrazione creando un servizio specifico che monitora i casi dubbi segnalati da varie autorità cantonali, ma anche dai tanti cittadini sensibili agli abusi. E questo nuovo servizio sta svolgendo con profitto il proprio importante compito: dall’inizio della propria attività il 1. ottobre 2014 a fine febbraio, in soli cinque mesi, il Settore giuridico ha esaminato 415 pratiche, che in 37 casi hanno portato alla revoca del permesso di soggiorno, mentre in 18 casi si è proceduto a non rinnovare oppure a non rilasciare un permesso. Le decisioni di ammonimento emesse, il primo passo verso una revoca o non rinnovo, sono inoltre state oltre 500.

Tutte misure queste, che stanno dando i loro frutti. Ma non basta. Non basta perché ancora la scorsa settimana è avvenuto quanto non deve accadere. Tra i presunti autori della rapina di Novazzano, vi erano degli stranieri beneficiari di un permesso B, oltretutto, uno dei quali con un permesso revocato e peraltro, condannato per un reato simile in passato. E allora, questo ennesimo caso mi ha portato ad andare oltre ai tanti “no, non si può fare” e a prendere una decisione coraggiosa, andando così oltre ai limiti restrittivi imposti dall’Accordo sulla libera circolazione, come ha saputo fare il Popolo svizzero, e il 68% dei Ticinesi, accettando l’iniziatica del 9 febbraio 2014. Da inizio aprile, i cittadini stranieri che chiedono il rilascio oppure il rinnovo di un permesso di dimora (B) o di un permesso per frontalieri (G) devono dunque allegare alla domanda anche il certificato del casellario giudiziale del loro Paese di provenienza. Un provvedimento straordinario, che ho ordinato per tutelare la sicurezza e l’ordine pubblico del nostro Cantone e dei Ticinesi, ben cosciente che questa limitazione dei diritti conferiti dall’Accordo sulla libera circolazione, giuridicamente, sia discutibile. Un provvedimento di polizia forse azzardato, motivato tuttavia dalla minaccia che costituiscono personaggi come quelli della rapina di Novazzano per la nostra sicurezza.
Alcuni casi accertati nelle ultime settimane, e, da ultimo, la rapina di Novazzano, hanno dimostrato come per tutelare i cittadini ticinesi e il nostro territorio, occorreva intervenire con ulteriori provvedimenti eccezionali e quindi con decisioni ferme. Il dicembre scorso, quando abbiamo presentato la risposta alla mozione Vitta, la situazione non era ancora giunta al punto da giustificare una misura del genere.

Leggo la fermezza con cui Christian Vitta è intervenuto nel dibattito in modo positivo. Non posso quindi che compiacermi, se Christian Vitta, il Gruppo PLR, così pure tutti gli altri esponenti politici, sapranno sostenermi anche di fronte a Berna, in questa mia decisione coraggiosa, benché scomoda, a tutela della sicurezza dei Ticinesi. Mi aspetto inoltre che in futuro, sia in Governo sia in Parlamento, i rappresentanti del PLR sosterranno le misure che dovranno essere introdotte a tutela della sicurezza del Ticino e Ticinesi senza troppe remore, anche se queste andranno a infastidire o a contrariare i sostenitori degli accordi bilaterali a ogni costo.

Visita al Gruppo di artiglieria 49: un Esercito moderno ed efficace

Visita al Gruppo di artiglieria 49: un Esercito moderno ed efficace

Interessantissima visita quella svoltasi ieri presso la Piazza d’armi di Bière al Gruppo di artiglieria 49 (gr art 49), alla quale ho partecipato insieme alle Autorità civili, militari ed ecclesiastiche del nostro Cantone. Una visita che ha permesso di osservare da vicino il lavoro svolto dall’artiglieria e la formazione dei militari durante i corsi di ripetizione.

Il mitico “Quarantanöv”, che riporta indietro la mia memoria a quando ero anch’io – con altri mezzi – un artigliere, è un orgoglio per il nostro Cantone; un gruppo che incarna lo spirito ticinese e che svolge un importante servizio a favore della nostra sicurezza. Per questo motivo è stato un vero piacere incontrare personalmente i quadri e i soldati in servizio!

Il brigadiere Maurizio Dattrino, comandante della brigata fanteria di montagna 9, ha introdotto la visita indicando come la Svizzera sia attualmente in una “zona comfort”, e cioè in una situazione relativamente tranquilla, in cui l’intervento dell’Esercito non è ancora necessario. Tuttavia, i corpi di truppa devono essere comunque pronti ad intervenire qualora il nostro Paese dovesse uscire da questa “zona comfort”. Ed è proprio per garantire questa prontezza che l’Esercito lavora, ogni anno, alfine di mantenere i militari istruiti e in grado di assolvere efficacemente i loro compiti!

Il ruolo dell’Esercito è evoluto nel tempo, come ha ricordato il ten col SMG Manuel Rigozzi, comandante del gr art 49. Il servizio militare non è più quello di trent’anni fa: oggi siamo di fronte ad un esercito moderno ed efficace, che mira a gestire in maniera efficiente le risorse a sua disposizione. Un esercito che oggi è anche maggiormente vicino ai bisogni della popolazione e pronto ad intervenire in caso di necessità a favore delle Autorità civili.

Ringrazio nuovamente il gr art 49 per la visita stimolante che ha consentito di toccare con mano la prontezza della formazione d’artiglieria. In qualità di Direttore del Dipartimento delle istituzioni ho sempre sostenuto la causa grigioverde e in particolare il mantenimento dell’Esercito sul territorio ticinese. Una presenza essenziale, sia in termini di sicurezza che a livello economico, come testimoniamo gli investimenti futuri – si parla di 200 milioni! – della Confederazione in Ticino. Una presenza che garantirà pure quel rapporto diretto tra Esercito e cittadinanza, fondamentale alfine di mostrare alla popolazione il servizio che i militari svolgono a favore di tutti.

I treni che il Ticino non dovrà perdere

I treni che il Ticino non dovrà perdere

Dall’AlpTransit alla riforma III delle imprese passando per gli anziani: ecco le sfide che ci attendono

Quale sarà lo stato di salute del Ticino nel 2020? Una risposta, ieri sera a Lugano, hanno provato a fornirla i consiglieri di Stato Norman Gobbi e Paolo Beltraminelli, insieme ai deputati Christian Vitta (PLR) e Gianrico Corti (PS), protagonisti del dibattito pubblico organizzato dalla sezione ticinese dell’Associazione Svizzera e Israele. Incalzati dalle domande del moderatore Marcello Foa, amministratore delegato del Corriere del Ticino e del gruppo MediaTI SA, i relatori si sono dunque chinati su più punti. A partire dalle sfide capitali che attendono il nostro cantone. «Servirà un cambio di mentalità» ha sottolineato Gobbi, ricordando come «AlpTransit stravolgerà la mobilità interna: il Ticino in questo quadro dovrà porsi come città policentrica, abbandonando quei preconcetti sulla prossimità sempre e ovunque. Lo Stato procederà infatti alla riorganizzazione territoriale dei suoi servizi». E lo sguardo, secondo Beltraminelli, dovrà essere alzato per guardare alla Svizzera e all’Europa. «Inutile pensare di sviluppare le nostre regioni in modo sovrapposto: la competizione non dovrà essere interna al Ticino ma con chi ci sta attorno. Penso alla sanità e alla necessità di razionalizzare, e non razionare, per mirare all’eccellenza nei settori di punta e rendere i nostri ospedali attrattivi». Confrontato a scadenze con la litigiosità parlamentare, Vitta ha invece rimarcato un altro aspetto: «Nei prossimi anni sarà fondamentale recuperare la capacità progettuale, alimentando il dialogo e il rispetto tra forze politiche. E viste le attuali tensioni, centrale sarà la normalizzazione dei rapporti con l’Italia, poiché il conflitto nuoce sia a noi che a loro». Per Corti il Ticino dovrà recuperare l’unità che serve per collaborare con Berna: «Stiamo per chiudere una legislatura caratterizzata dal brontolio: guardiamo ai Grigioni, capaci di porsi verso il Consiglio federale in modo compatto e non maldestro come noi».

Appoggiandosi al recente studio dell’Istituto ricerche economiche dell’USI (cfr. l’edizione del 6 marzo, alle pp. 2-3), si è poi discusso dei settori economici e delle condizioni quadro futuri. «Il Ticino dovrà fare suo il concetto di diversificazione» ha evidenziato Vitta, aggiungendo che «fondamentale sarà inoltre anticipare le ricadute legate alla riforma III dell’imposizione delle imprese». Gobbi ha da parte sua puntato sul Piano cantonale delle aggregazioni. «Saranno gli agglomerati urbani i motori dello sviluppo. E un crocevia essenziale in questo senso sarà il progetto aggregativo di Bellinzona. Se dovesse fallire, tutto sarà più difficile». Beltraminelli ha voluto focalizzarsi sui punti fermi del cantone: «Il turismo dovrà adattarsi a un numero sempre crescente di anziani, ticinesi ma non solo: se sapremo essere accoglienti ne beneficeremo in termini di gettito fiscale». Corti ha per contro voluto concludere con un auspicio: «Quando il Governo è stato trasparente e chiaro nei suoi messaggi ci sono voluti anche solo 3-4 mesi per portare in porto alcuni importanti progetti a livello parlamentare. Che si limiti dunque la campagna elettorale e si favoriscano piuttoso gli accordi condivisi».

di Massimo Solari, Corriere del Ticino