Conferenza sul riconoscimento facciale e sul controllo della distanza sociale  

Conferenza sul riconoscimento facciale e sul controllo della distanza sociale  

Comunicato stampa

“Riconoscimento facciale e controllo della distanza sociale post epidemia”: è questo il titolo di una conferenza video sulla piattaforma Microsoft Teams che il Gruppo Cyber Sicuro del Cantone Ticino organizza giovedì 28 maggio dalle 17.00 alle 18.45. Ad affrontare il tema l’ing. Giuseppe Amato, responsabile del Gruppo di ricerca Artificial Intelligence and Multimedia Information Retrieval (AIMIR) del Consiglio Nazionale delle Ricerche di Pisa (CNR). Modererà l’incontro il professore della SUPSI, Dipartimento tecnologie innovative, Alessandro Trivilini, membro del Gruppo Cyber Sicuro.

Lo sviluppo degli algoritmi per il riconoscimento facciale ha raggiunto una maturità tale da poter essere adottato e implementato sia negli smartphone di ultima generazione, sia negli impianti smart per videosorveglianza e in altri dispositivi di uso comune. L’arrivo del COVID-19 ha messo in prima linea le soluzioni di analisi visuale per il riconoscimento facciale del volto di una persona quando indossa una mascherina di protezione. La comunità scientifica è al lavoro per sviluppare nuovi algoritmi di riconoscimento facciale in presenza di mascherine di protezione e per il controllo del rispetto della distanza sociale tra persone (attraverso i loro volti) nei luoghi pubblici.Il Gruppo Cyber Sicuro del Cantone Ticino ha deciso di tematizzare l’argomento vista la sua attualità, organizzando un evento in video conferenza a cui il pubblico può partecipare gratuitamente (previa iscrizione al sito www.cybersicuro.ch), utilizzando la piattaforma Microsoft Team. La conferenza vedrà la partecipazione straordinaria dell’ing. Giuseppe Amato, responsabile del Gruppo di ricerca Artificial Intelligence and Multimedia Information Retrieval (AIMIR) del Consiglio Nazionale delle Ricerche di Pisa (CNR). Il viaggio-intervista sarà condotto da Alessandro Trivilini, membro del Gruppo Cyber Sicuro.
Ulteriori dettagli sul sito www.cybersicuro.ch  

Schnelle Grenzöffnung missfällt dem Tessin

Schnelle Grenzöffnung missfällt dem Tessin

Da www.nzz.ch
Italien will Anfang Juni seine Grenzen zur Schweiz öffnen – das Tessin reagiert darauf skeptisch. Die gesundheitlichen Bedenken überwiegen, mögliche Folgen für die Wirtschaft spielen kaum eine Rolle.

Nicht nur die Landesregierung, auch das Tessin ist überrascht: Italiens Ankündigung, am 3. Juni seine Grenzen zur Schweiz vollständig zu öffnen, stösst auf wenig Gegenliebe. «Wir stellen jetzt vor allem Überlegungen zum gesundheitlichen Schutz der Bevölkerung an», sagt der Tessiner Regierungspräsident Norman Gobbi (Lega). Denn schliesslich grenze der Südkanton an die beiden italienischen Regionen an, welche die schwersten Folgen im Zusammenhang mit dem Coronavirus hätten erdulden müssen.
Gobbi ist erstaunt über den Gesinnungswandel Italiens. Gemäss seinen Worten richteten italienische Politiker noch vor kurzem Appelle an die Schweiz und das Tessin, weil sie deren vorsichtige Öffnung als vorschnell empfanden. Und nun wolle man plötzlich selber die Grenzen öffnen: Das sei doch wohl ein übereilter Schritt, so Gobbi.

Das Risiko würde wieder steigen
Laut dem Tessiner Kantonsarzt Giogio Merlani ist die epidemiologische Situation in Norditalien noch wenig klar. Seiner Ansicht nach wird eine uneingeschränkte Grenzöffnung zu mehr Personenverkehr führen, der deutlich über den bisher zugelassenen Grenzgänger-Transit hinausgeht. Dies werde das Risiko erhöhen, dass das Coronavirus im Tessin wieder vermehrt auftrete.
Es könnte auch das Ende der allmählichen Normalisierung im Südkanton bedeuten. Dann müsste man wieder regional und international die Bewegungsfreiheit einschränken, meint Merlani. Und zwar in höchstem Masse, wie es eben in einem solchen Fall notwendig werde, was auch allgemein anerkannt sei.
Aber würde die Grenzöffnung die stark gebeutelte Tessiner Wirtschaft nicht etwas beleben? Der Volkswirtschaftsdirektor des Südkantons sieht keine unmittelbare Folgewirkung: Momentan sei der berufliche grenzüberschreitende Personenverkehr garantiert, erklärt der freisinnige Staatsrat Christian Vitta. In diesem Sinne betreffe die geplante Öffnung seitens Italiens die Tessiner Wirtschaft nicht direkt.
Auch für Vitta steht vor allem ein epidemiologisches Monitoring im Vordergrund. Der Chef des kantonalen Finanz- und Wirtschaftsdepartementes hofft darauf, dass sich der Bundesrat punkto Grenzöffnung mit Italien auf Leitlinien einigt, welche die Gefährdung durch das Coronavirus mit einschliessen. «Als Kantonsregierung haben wir die Durchführung von medizinischen Kontrollen an der Grenze verlangt – eine Massnahme, die bis heute nicht umgesetzt ist», hält Vitta fest.
Und was sagen Tessiner Wirtschaftsvertreter zur geplanten Grenzöffnung Italiens? Wichtig sei es, einen «normalen» Zustrom italienischer Grenzgänger garantieren zu können, erklärt beispielsweise Nicola Bagnovini, Direktor der Tessiner Sektion des Baumeisterverbandes. Gerade der regionale Bausektor sei seit vielen Jahren auf die «frontalieri» angewiesen. Anderseits hatte Bagnovini zu Beginn der Corona-Krise den schnellen und massiven Tessiner Lockdown befürwortet, um eine zweite Corona-Welle möglichst zu vermeiden, die der Wirtschaft langfristig noch stärker schaden könnte.
Daher wünscht sich Bagnovini, dass der Bundesrat bei den Verhandlungen mit Italien sowohl wirtschaftliche wie auch gesundheitliche Aspekte berücksichtigt. Man müsse jetzt alles tun, um eine Wiederholung des allgemeinen Notstands der letzten zwei Monate zu verhindern. Der Kampf gegen das Coronavirus müsse weitergehen.

Firmenprobleme liegen anderswo
Der Bundesrat habe während der Corona-Krise immer gut gearbeitet und bereits sehr viel getan. Dies sagt Beatrice Fasana, Geschäftsführerin einer Tessiner Firma, die Lebensmittel herstellt. Nun glaubt Fasana, die entsprechenden Sicherheitsmassnahmen und die Garantie risikofreien Arbeitens lägen in der Verantwortung der einzelnen Tessiner Firmen. Hilfe bieten könne der Staat bzw. der Kanton, indem er vor allem kleinen Firmen in allen Wirtschaftszweigen Geldbeträge à fonds perdu zuspreche und so einen Neustart ermögliche.
Darüber hinaus scheint für Fasana das Problem der Immobilien-Mietzinse für Firmen im Tessin ein sehr ernstes zu sein. Auch die Eigentümer der Liegenschaften sollten ihren Beitrag leisten, um die Situation für die Firmen zu entschärfen – was derzeit nicht geschehe. Fasanas Firma selber geht es gut: Wegen der Systemrelevanz der Lebensmittelbranche war die Landesgrenze für ihre «frontalieri» immer durchlässig. Daher würde eine reguläre Öffnung der italienischen Grenze für Fasanas Unternehmen keine Veränderung bedeuten.
Volkswirtschaftsdirektor Vitta treibt den Relaunch der Tessiner Wirtschaft weiter voran. Hierbei geht es nebst den kurzfristig eingeleiteten Massnahmen auch um strukturelle Projekte mittel- bis langfristiger Art. Aber wo momentan der Schwerpunkt liegt, ist für Vitta klar: Es sei dringend notwendig, mit geeigneten Massnahmen den Tourismus so gut wie möglich wieder anzukurbeln, da der Sommer vor der Tür stehe.
Es ist damit zu rechnen, dass die Schweizer heuer ihre Ferien meist im eigenen Land verbringen. Denn Auslandsreisen werden generell Einschränkungen unterworfen bleiben. Auch von daher dürfte Italiens Grenzöffnung, die einen deutlichen touristischen Hintergrund hat, nicht so stark ins Gewicht fallen.

Tessin will mehrstufige Grenzöffnung
In den nächsten zwei Wochen wird das Tessin bilanzieren, welche Folgen die allmähliche Öffnung der Baustellen, Firmen, Restaurants und der Schulen zeitigt. Hierbei könne man nicht von Vor- oder Nachteilen wirtschaftlicher Art sprechen, sondern nur von Vorsicht und Schutz der Bevölkerung, hält Regierungspräsident Gobbi fest. Diese Erfahrungen werde das Tessin in die Verhandlungen zwischen der Schweiz und Italien punkto Grenzöffnung einbringen. Der Bundesrat habe nämlich zugesichert, dass das Tessin mit einbezogen werde, so Gobbi.
Der Tessiner Regierungspräsident will dem Bundesrat keine Bedingungen aufzwingen. Gemäss seinen Worten geht es darum, sich auf einen genauen Grenzöffnungsplan – nach Möglichkeit einen mehrstufigen – zu einigen. Dann lässt sich ein Rückschlag mit dramatischen Folgen vermeiden. Gobbi betont: «Das Motto der Stunde lautet, Vorsicht walten zu lassen.»

https://www.nzz.ch/schweiz/italiens-grenzoeffnung-missfaellt-dem-tessin-ld.1557207

«Al fronte nelle trattative»

«Al fronte nelle trattative»

Articolo pubblicato nell’edizione di lunedì 18 maggio 2020 del Corriere del Ticino

Verso il 3 giugno / L’annunciata apertura delle frontiere da parte italiana ha sorpreso la Svizzera – Keller-Sutter: «Decisione unilaterale» Gobbi chiede che il Ticino faccia parte del gruppo che tratterà direttamente con Roma, e aggiunge: «Rimarranno centrali le valutazioni sanitarie»

Le frontiere, ancora loro, sempre loro. Il Ticino è anche questo, terra di frontiera. Naturale quindi se ne parli tanto. Naturale sia un tema centrale ora, con la pandemia di mezzo, con un’entità, la Lombardia, che di fatto ha rappresentato il focolaio di un intero continente. E noi lo sappiamo bene, ce ne siamo accorti insomma. Ecco allora che il nuovo decreto del Governo di Giuseppe Conte – approvato dopo ore di discussioni nella notte su sabato -, quello che prevede l’apertura delle frontiere per il prossimo 3 giugno, ha fatto da scintilla.

«Tra il dire e il fare…»
La prima a rispondere è stata Karin Keller-Sutter. Ai microfoni della SRF ha infatti spiegato: «Si tratta di una decisione unilaterale dell’Italia di cui prendo atto». La consigliera federale, ministra di Giustizia e Polizia, ha poi aggiunto: «La Svizzera deciderà autonomamente se consentire il rientro di persone provenienti dall’Italia. Abbiamo avuto contatti con l’Italia la settimana scorsa, ma non si è parlato di questa riapertura (al contrario di quanto fatto rispetto ad altri Paesi, Germania, Austria e Francia,
n.d.r.). È importante che ci coordiniamo in maniera stretta su questo tema con il Canton Ticino, che è stato molto colpito dalla pandemia». E il Ticino come ha preso questa notizia? Domanda da noi rivolta al presidente del Consiglio di Stato, Norman Gobbi. «Ho subito capito che tra il dire e il fare ci sarebbe stato di mezzo il mare. Nel senso che per giungere a una reale definizione di questa apertura occorrerà ancora tempo e soprattutto lavoro, per stabilire i giusti termini di tale apertura con il coinvolgimento di Berna e del Ticino. Non per niente già nella giornata di sabato ho subito inviato al segretario di Stato, Mario Gattiker, la richiesta, in quanto Cantone direttamente coinvolto dalla decisione italiana, di poter far parte del gruppo che tratterà direttamente con Roma. E posso assicurare che il Governo ticinese opera con unità su questi aspetti. Lo abbiamo dimostrato durante tutta questa crisi».

«Fuga in avanti italiana»
Keller-Sutter è stata chiara: «Decisione unilaterale». Norman Gobbi prova a spiegare cosa ciò comporti: «In modo diplomatico posso rispondere che ogni nazione è libera di decidere e implementare le proprio decisioni. Certo, qui siamo di fronte a un passo che avrebbe dovuto necessariamente veder coinvolta oltre la Svizzera anche gli altri Paesi europei. Se è vero che i rapporti tra i nostri due Stati sono continui, è altrettanto vero che questa decisione è una chiara fuga in avanti italiana che Berna non aveva previsto in questi termini. Ma buttare benzina sul fuoco oggi non serve a nulla. Bisogna solo lavorare tenendo conto degli interessi ticinesi e svizzeri». Un Ticino che, a detta del consigliere di Stato, non sarebbe ancora pronto a un tale passo: «No, non lo siamo. La Svizzera non è pronta. Ma è normale che sia così e non voglio quindi dire che ci faremo trovare impreparati il 3 giugno. Verranno fatte tutte le valutazioni del caso; è già in programma un incontro con Roma proprio questa settimana. E se ne discuterà anche alla luce della situazione sanitaria dei due Paesi».

«Le iniziative ticinesi»
Già, perché chiudere o aprire una frontiera è una decisione politica, ma il rischio legato a tale decisione è sanitario. Ancora Gobbi: «Le valutazioni sanitarie dovranno continuare a rivestire un ruolo centrale, anche perché sappiamo che le frontiere sono state chiuse per determinati motivi e il Consiglio di Stato ticinese è stato il primo a chiedere questa misura. La loro riapertura dovrà essere analizzata affrontando questi motivi e se i nodi non dovessero essere sciolti, allora anche la riapertura dovrà essere impostata con certe condizioni. Oggi però non siamo ancora in grado di vedere tutte le implicazioni di questa riapertura». Il medico cantonale Giorgio Merlani, alla RSI: «La motivazione dal punto di vista economico è chiara, da quello sanitario, soprattutto vedendo l’evoluzione epidemiologica del Nord Italia, mi sembra un po’ un azzardo. Dal punto di vista sanitario è una decisione che sorprende». Il dossier è ancora da studiare nei minimi dettagli. «Le informazioni in nostro possesso, dopo la decisione di venerdì emersa in Italia, non sono ancora del tutto chiare – spiega Gobbi – Quindi sia per l’autorità federale che per quella cantonale è basilare capire con precisione quanto stabilito dal Governo italiano. E lo stiamo facendo in queste ore». Studiare il dossier per poi tornare a rivolgersi ai cittadini ticinesi, che in queste ultime settimane – dati i bisogni dell’economia nostrana – hanno registrato messaggi di sensibilizzazione su commercio e turismo interni. L’apertura della frontiera potrebbe giocare contro queste necessità. «I ticinesi hanno ben presente quale sia la situazione in Italia, quali sforzi abbiamo fatto da noi per contenere la crisi sanitaria e il pericolo che ancora si può correre, andando in Italia, così come in altre nazioni. Le iniziative promosse in Ticino per i ticinesi e per gli ospiti confederati mantengono intatto il loro significato e il loro valore».

«Grenze zu Italien muss geschlossen bleiben»

«Grenze zu Italien muss geschlossen bleiben»

Da www.blick.ch
 
Öffnung am 3. Juni? Tessiner Gobbi bleibt skeptisch
Italien will die Einreise für Ausländer ab 3. Juni wieder erlauben, die Schweiz sucht nun das Gespräch. Der Tessiner Regierungspräsident Norman Gobbi will vorerst aber keine Grenzöffnung. Italien öffnet seine Grenzen wieder. Ab 3. Juni ist die Einreise für Ausländerinnen und Ausländer wieder erlaubt. Zudem sollen dann Reisen zwischen den Regionen in Italien wieder erlaubt sein, wie die Regierung in Rom beschlossen hat.
Im Tessin ist die Reaktion auf den Entscheid zurückhaltend. «Im Moment ist die Lage noch unklar», betont der Tessiner Regierungspräsident Norman Gobbi (43, Lega). Das Tessin habe keinen offiziellen Bescheid erhalten. Er begrüsse aber die Haltung der Schweiz, die Grenze vorerst nicht zu öffnen. «Schliesslich ist Italien von der Pandemie stark betroffen.»
Seines Wissens habe Italien bislang ohnehin nur Grenzöffnungen für EU-Bürger angekündigt, so Gobbi. Für Schweizerinnen und Schweizer ändert der Entscheid also nichts. «Wir müssen mit dem Bund schauen, wie die Lage zu beurteilen ist», sagt Gobbi. «Eine Frage ist, ob zusätzliche Massnahmen und Kontrollen an der Grenze nötig sein werden.»
Il 3 giugno, che rompicapo

Il 3 giugno, che rompicapo

Da www.rsi.ch/news

Svizzera-Italia, Gobbi: “Preoccupati”
L’Italia vuole aprire i confini il 3 giugno. I timori del presidente del Governo sono sulle conseguenze che potrebbe avere sulla situazione epidemiologica nel Cantone

Sul fronte ticinese l’ipotesi di una riapertura delle frontiere italiane è una sorpresa solo in parte. Il presidente del Governo, Norman Gobbi, è preoccupato per le conseguenze che questa apertura potrebbe avere sulla situazione epidemiologica nel cantone. “La situazione non è chiara. Non abbiamo ancora il testo definitivo del decreto. E dovremo capire quale tipo di misure mantenere al confine. Perché in Italia la situazione si sta calmando, ma è ancora molto più calda rispetto a quella di Svizzera, Austria o Germania”, dice ai microfoni della RSI. 
La Svizzera, che sabato ha aumentato gli allentamenti con Germania e Austria e che prevede l’apertura totale delle frontiere anche con la Francia il 15 giugno prossimo, ha fatto sapere che saranno necessari nuovi colloqui bilaterali. “Conosciamo bene la difficoltà a ricostruire i contatti in caso di nuovi contagi e questo evidentemente ci preoccupa”, aggiunge. 
Per l’Italia non si tratta ancora di un provvedimento definitivo, perché manca ancora l’approvazione ufficiale del Decreto della presidenza del Consiglio, a cui spetta illustrare tutti i dettagli, specificando ad esempio se l’apertura del 3 giugno varrà solo per stati UE, se comprenderà i Paesi Schengen o se si intende aprire a nazioni anche fuori dall’Europa.

https://www.rsi.ch/news/ticino-e-grigioni-e-insubria/Svizzera-Italia-Gobbi-Preoccupati-13044186.html

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Da www.tio.ch

Reazioni contrastanti alla riapertura della frontiera italiana. Il governo prende tempo. Dalla Lega voci critiche: «Non si riapre niente». Gobbi: «Non abbiamo ancora visto il decreto»

Chi esulta, e chi si preoccupa. La notizia della riapertura della frontiera italo-svizzera (solo da parte italiana, per ora) sta suscitando reazioni ed emozioni contrastanti in Ticino.
La data del 3 giugno, va detto, è da prendere con le pinze in assenza di un’intesa bilaterale tra Berna e Roma. Ma le prese di posizione non sono tardate ad arrivare, da questa parte del confine. 

La consigliera federale Keller Sutter ha subito messo le mani avanti, precisando che la decisione è stata «presa in modo autonomo dall’Italia» e che la Svizzera «deciderà autonomamente se consentire il rientro di persone provenienti dall’Italia».
Come non detto. Sui social è scattato il giubilo di quanti scalpitano per recarsi oltre confine a fare acquisti, o a visitare familiari e affetti (su Facebook si sono costituiti anche dei gruppi ad hoc). Ma non manca chi esprime preoccupazione per un possibile aumento dei contagi. Tra questi, sui social spicca il consigliere nazionale Lorenzo Quadri (Lega). «La Svizzera non deve in alcun modo piegarsi o farsi influenzare» scrive il municipale luganese su Facebook. «Non si apre niente, ed anzi bisogna ridurre il flusso di frontalieri selezionando chi può entrare e chi no».
Toni più pacati – ma sulla stessa linea – dal consigliere di Stato leghista Norman Gobbi, che alla Rsi si è detto «preoccupato» per le conseguenze epidemiologiche in Ticino. «In Italia la situazione si sta calmando, ma è ancora molto più calda rispetto a quella di Svizzera, Austria o Germania» ha ricordato. Il Ticino andrà coinvolto nella ricerca di una soluzione, ha assicurato il Consiglio federale. E al momento dal governo di Bellinzona – di cui Gobbi è presidente di turno – arriva un invito alla prudenza. «La situazione non è chiara» ha aggiunto il direttore del Dipartimento istituzioni. «Non abbiamo ancora il testo definitivo del decreto. E dovremo capire quale tipo di misure mantenere al confine». 
Dichiarazioni esultanti invece arrivano dall’Italia. Il senatore del PD Alessandro Alfieri, varesino, ha parlato di «una buona notizia per tante famiglie che vivevano da mesi separate dal confine Italo svizzero e per l’economia di frontiera, duramente colpita dal lockdown». Le prime avvisaglie di una spinta italiana alla riapertura erano già arrivate giovedì, in realtà. E a calmare gli animi ci ha pensato, ieri, la Segreteria di Stato della migrazione (Seco), che ha precisato come da questa settimana sono possibili – a seguito di accordi bilaterali – spostamenti in Germania e Austria, ma «soltanto per andare a trovare parenti o familiari». Quindi non per turismo o per acquisti. Ulteriori aperture sono previste verso Francia, Germania e Austria a partire dal 15 giugno. Ma l’Italia – e il Ticino – resta un capitolo a parte. 

«Sono soddisfatto, ma ai ticinesi dico che la crisi non è finita»

«Sono soddisfatto, ma ai ticinesi dico che la crisi non è finita»

Intervista a Matteo Cocchi, Capo dello Stato Maggiore Cantonale di Condotta, pubblicata nell’edizione di sabato 16 maggio 2020 del Corriere del Ticino 

Matteo Cocchi è tornato a parlare ieri: lo ha fatto nell’infopoint di Bellinzona, dove in qualità di capo dello SMCC ha snocciolato i dati aggiornati dell’attività di controllo e monitoraggio del territorio, e lo ha fatto con il Corriere del Ticino, dando una lettura più personale su questo lungo periodo di emergenza.

Comandante, la curva epidemiologica si è quasi appiattita e conferma sia la bontà delle misure messe in atto nel cantone sia il senso di responsabilità dei ticinesi: un motivo di soddisfazione anche per lei.
«A quasi tre mesi dall’inizio della crisi, in qualità di Capo dello Stato Maggiore Cantonale di Condotta (SMCC) posso dirmi sostanzialmente soddisfatto. In generale, abbiamo infatti notato che la popolazione ha compreso la gravità della situazione reagendo in maniera adeguata, seguendo i consigli di prevenzione e adattando i propri comportamenti alle disposizioni federali e cantonali. Quella che ci troviamo ad affrontare è un’emergenza sanitaria senza precedenti nella storia recente e sebbene i dati recenti appaiano confortanti, il messaggio non deve cambiare: è fondamentale mantenere alta la guardia. La crisi non è ancora terminata sia da un punto di vista sanitario (non sappiamo infatti come evolveranno nei prossimi mesi i contagi) sia da un punto di vista economico (con le sicure ripercussioni nell’ambito sociale e istituzionale)».

Dopo le riaperture, come prosegue l’attività di controllo e monitoraggio del rispetto delle regole sul territorio?
«Dall’inizio del mese di maggio si conta in totale un migliaio di controlli. Questi hanno riguardato principalmente la verifica a livello di distanze e assembramenti e posso dire che le contravvenzioni, da inizio mese, sono state un centinaio. Si è intervenuti sul suolo pubblico, ma anche all’interno di aziende, cantieri, strutture ricettive e attività commerciali: in questi ultimi ambiti non si sono riscontrate grosse infrazioni o situazioni fortemente problematiche. Nelle settimane a venire, si proseguirà con l’attività di prevenzione e verifica puntuale delle disposizioni, sanzionando comportamenti scorretti, laddove necessario».

Quanti sono i controlli effettuati dopo la riapertura delle singole attività e quante le segnalazioni ricevute sul mancato rispetto delle norme?
«Faccio un esempio: nella sola giornata di lunedì si sono contati oltre cento controlli negli esercizi pubblici. L’attività ha visto in particolare gli agenti impegnati nella verifica delle misure di protezione all’interno di bar e ristoranti. Il grosso del lavoro si è concentrato sulla sensibilizzazione e consulenza, procedendo ad individuare alcune misure di dettaglio che andavano meglio implementate. In generale il dialogo e la collaborazione con gli esercenti, sempre per quanto riguarda la prima giornata, è risultato positivo e all’insegna della collaborazione. A più riprese gli agenti sono stati pure ringraziati dagli esercenti in quanto hanno potuto fare chiarezza su particolari che non erano stati compresi in maniera corretta. Anche qui, come per tutti i controlli, la parola d’ordine rimane il dialogo e solo in casi palesi o reiterati si interviene con una sanzione».

Una linea di intervento adottata fin dal primo giorno di emergenza che intendete mantenere anche nelle settimane a venire.
«Riprendendo quanto appena indicato posso affermare che, in queste settimane di emergenza, la Polizia ticinese ha messo in campo un dispositivo capillare con numerose pattuglie chiamate a garantire un controllo accresciuto del territorio e un contatto diretto con la popolazione. Questo al fine di far rispettare le direttive federali e cantonali: dal divieto di assembramenti, al controllo delle autorizzazioni, passando per il rispetto delle prescrizioni igieniche, fino ad arrivare alla sensibilizzazione dei gruppi vulnerabili. Fondamentale in tal senso, e per le prossime settimane, è il richiamo alla responsabilità individuale. Solo rispettando le prescrizioni di igiene e distanza accresciuta, sarà possibile ripartire».

Alcuni parchi giochi hanno riaperto, altri sono ancora sigillati: in questo caso viene lasciata libertà di decisione ai singoli Municipi?
«Sì, in effetti per questo genere di questioni, la decisione rientra nelle competenze dei Municipi. Fatto salvo il rispetto di quanto stabilito dall’ordinanza sui provvedimenti per combattere il coronavirus».

Di posti di blocco se ne vedono ancora parecchi sulle strade cantonali. Qual è il motivo di questo continuo monitoraggio?
«La graduale ma evidente ripresa di svariate attività e del movimento all’interno del territorio ha come logica conseguenza anche il riattivarsi di alcuni fenomeni, che nella “fase uno” si sono verificati con un’intensità quasi minima. Il dispositivo di pattugliamento e controllo del territorio non si concentra e concentrerà unicamente sulla problematica della pandemia. Occorre essere vigili e pronti a reagire per tutto lo spettro delle attività di prevenzione e repressione che caratterizzano il lavoro di tutti i giorni».

Lo Stato di necessità proseguirà almeno fino a fine mese: è presumibile che la cellula di crisi venga in seguito smantellata?
«No, l’apparato di supporto dello SMCC non smobilita! Rimarrà attivo soprattutto nell’analisi con l’obiettivo di anticipare cambiamenti a seguito dell’evolversi della situazione epidemiologica. Nelle prossime settimane verranno però adeguati i ritmi di condotta, vale a dire le attività puntuali messe in campo durante la fase acuta per permettere un graduale ritorno alla normalità. Questo anche per chi si è trovato a dover operare in prima linea nella gestione della crisi nel suo specifico settore di competenza. Per quanto riguarda lo Stato di necessità, il Governo valuterà se prolungarlo ma è ancora prematuro esprimersi in merito».

Nel Corpo di polizia, ad oggi, quanti casi di contagio sono stati registrati?
«Da inizio crisi ad oggi, nel Corpo della Cantonale e nelle polizie comunali, abbiamo registrato una quindicina di casi positivi alla COVID-19. È un numero molto ridotto. Le misure di protezione e di salvaguardia della salute del personale ci hanno permesso di farci trovare adeguatamente pronti, qualsiasi fosse stato lo scenario con il quale il Cantone avrebbe dovuto confrontarsi e che, in situazioni critiche per il sistema sanitario, avrebbero potuto richiedere anche un maggiore intervento delle Forze dell’Ordine».

E Matteo Cocchi come ha vissuto, a livello personale, questi due mesi abbondanti d’emergenza?
«Come già ribadito, l’attuale crisi non ha precedenti nella storia recente. Le incognite sono state – e restano – tante, ma le autorità cantonali e comunali così come la cittadinanza, hanno dato prova di saper reagire nel migliore dei modi. Dal profilo personale mi sono confrontato con un contesto di emergenza che ha richiesto tante energie, tante lunghe giornate di lavoro per far fronte alle innumerevoli sollecitazioni. In questo frangente a farne le spese, come è stato il caso per molti altri, è stata in primis la famiglia alla quale dico grazie per la comprensione e il sostegno. Ricordo però alcuni momenti impegnativi e piacevoli allo stesso tempo, come il ruolo di maestro di scuola elementare e di scuola dell’infanzia nei pochi momenti liberi trascorsi tra le mura domestiche… Ritornando all’organizzazione della struttura di intervento, posso sottolineare con grande soddisfazione e riconoscenza che il gioco di squadra resta fondamentale in situazioni come quella che stiamo vivendo: e a tal proposito, ognuno ha dato il massimo che si poteva esigere. Le nuove conoscenze e le amicizie che si instaurano in momenti come questi, risulteranno sicuramente importanti anche in futuro. Senza dimenticare che, nel corso degli anni, ci siamo esercitati più volte con scenari complessi: un lavoro che ci ha permesso di affrontare la crisi in corso su solide basi soprattutto nell’ambito della condotta. Oltre a ciò, gli adattamenti legislativi relativi all’organizzazione dello SMCC e gli investimenti logistici hanno permesso di poter contare su una struttura moderna e adatta ai tempi. Tengo a sottolineare che grazie alla piena fiducia riposta dal Governo nello SMCC e nel sottoscritto, sia stato possibile nell’urgenza lavorare in maniera dinamica e orientata alla celere soluzione dei problemi. Fatta questa precisazione, il messaggio non deve cambiare: è fondamentale mantenere alta la guardia. Con gli spostamenti e le riaperture delle attività, aumentano infatti i contatti sociali ed è ancora più importante proteggersi e proteggere gli altri».

La sensazione è che da «front man», almeno nella fase più acuta, lei sia passato man mano ad un ruolo «dietro le quinte»: questo fino a ieri, quando è riapparso davanti ai giornalisti e alla popolazione. Ci spiega cosa è cambiato per lei?
«Il mio ruolo è uno solo, quello di Capo dello Stato Maggiore Cantonale di Condotta. Ogni singola fase di una crisi, a seconda del contesto e della situazione, ha le sue particolarità e necessità a livello di conduzione, di presenza (anche mediatica) o di puro lavoro di analisi e di pianificazione. Da questo punto di vista, non è cambiato nulla, semplicemente mi sono adattato alle diverse fasi di questa emergenza».

Ultima domanda: ripeterebbe quel famoso termine «letargo» riferito agli anziani per il quale è stato anche aspramente criticato?
«Quelle dichiarazioni andavano e vanno inserite nel contesto in cui sono state formulate. Mi limito a ricordare che in Ticino ci sono stati, nel mese di marzo, picchi di oltre 270 contagi giornalieri e ripetutamente si contavano ben oltre dieci decessi al giorno».

“Es braucht Zusammenhalt und Verantwortung”

“Es braucht Zusammenhalt und Verantwortung”

Intervista pubblicata nel’edizione di venerdì 15 maggio 2020 della Tessiner Zeitung

Soeben hat Norman Gobbi (Lega) das Amt des Tessiner Regierungspräsidenten übernommen.
Im Interview äussert er sich zur aktuellen Situation

 

Herr Gobbi, Sie übernehmen dieses Amt in einer für den Kanton Tessin besonders schwierigen Zeit. Nach fast zwei Monaten Lockdown befinden wir uns in der Phase der Wiederaufnahme vieler Aktivitäten, die obligatorischen Schulen sind teilweise wieder geöffnet worden. Mit welchem Bewusstsein gehen Sie diese Phase 2 an?
Im Bewusstsein, dass wir vor einer sehr schwierigen Aufgabe stehen, weil die Situation wirklich aussergewöhnlich ist. Die politische Klasse – von der Regierung bis zum Parlament, von der Tessiner Deputation in Bern bis zu den Gemeinden – ist aufgerufen, kohärent zu handeln, auf der Suche nach dem Gemeinwohl. Der Zusammenhalt und das Verantwortungsgefühl, die sich in der akuten Phase der Krise bewährt haben, muss auch diese zweite Phase bestimmen. Dies ist mein Wunsch.
Stimmt es, dass Sie einen langsameren Neustart vorgezogen hätten?
Der von den Bundesbehörden vorgesehene Zeitplan sah eine stufenweise Öffnung für diverse Branchen vor. Dies hätte eine genauere Analyse ermöglicht, welche Öffnungen welche Konsequenzen haben, wie auch der Kantonsarzt Giorgio Merlani betonte. Daher hoffe ich, dass die von Bern gewünschte Beschleunigung keine negativen Folgen für das Tessin haben wird, das eine dramatischere Situation erlebt hat als viele andere Schweizer
Kantone.
Viele kleine Geschäftsleute quälen grosse Sorgen, befürchten einen Konkurs, einige Gastrobetriebe werden nicht mehr öffnen. Welche Zukunft sehen Sie für die Wirtschaft im Tessin?
In Bezug auf das Gaststättengewerbe befürchte ich, dass einige Betriebe wohl definitiv schliessen werden. Der Tourismus, eine der Schlüsselbranchen unserer Wirtschaft, wird unter dieser Situation stark leiden. Ganz allgemein: Wir müssen wichtige Massnahmen zur Unterstützung unserer Wirtschaft ergreifen; diese muss aber auch Eigeninitiative zeigen. Ich kann die Zukunft nicht vorhersehen. Jeder ist aufgerufen, seinen Beitrag zu leisten. Wir müssen auch den nationalen und internationalen Kontext berücksichtigen und vielleicht Produkte, die den Binnenhandel befriedigen, wiederentdecken und aufwerten.
Ein Blick zurück auf die akute Phase: Das Einkaufsverbot für über 65-Jährige wurde sehr kontrovers diskutiert. Diese Massnahme musste zurückge-nommen werden, auch weil sie mit dem übergeordneten Bundesrecht unvereinbar war. War dieses Verbot ein Fehler?
Es war insofern kein Fehler, als die Gruppe von Personen, die am stärksten vom Virus betroffen und am stärksten schutzbedürftig ist, die Risiken verstanden hat, die der Kontakt mit anderen Menschen mit sich bringt, vielleicht sogar mit asymptomatischen Personen. Das Verbot wurde in eine Empfehlung umgewandelt, weil die Gemeinden und viele Freiwillige eine lobenswerte Bereitschaft zeigten, für unsere älteren Menschen einkaufen zu gehen. Es ist kein Zufall, dass gegen die wenigen älteren Menschen, die das Verbot übertreten haben, keine Geldstrafe verhängt wurde. Die Massnahme war dreieinhalb Wochen in Kraft (vom 20. März bis 14. April), bis das morgendliche Zeitfenster für die über 65-Jährigen eingeführt wurde. Wir sind uns bewusst, dass wir ein grosses Opfer verlangt haben, aber es verfolgte einen Zweck, der zu Gunsten der älteren Menschen selbst war.
Zu Ostern wurde die Botschaft an die Deutschschweizer, nicht ins Tessin zu kommen, immer wieder wiederholt. Mehrere Touristiker befürchten, dass diese Botschaft negative Folgen für künftige Gäste jenseits des Gotthards haben wird. Wurde da nicht übertrieben?
Nein, denn die Botschaft war immer begleitet von der klaren und starken Bereitschaft des Tessins und der Tessiner Bevölkerung, Gäste von ennet des Gotthards zu empfangen, sobald die Notlage beendet ist. Zu Ostern waren wir in Not.
Man kann wieder zum Friseur und ins Nagelstudio gehen, aber nicht zur Messe in die Kirche. Gottesdienste bleiben bis zum 8. Juni verboten. Sehen Sie eine Chance, diesen Termin vorzuziehen?
Ich habe mich gemeinsam mit dem kantonalen Krisenstab verpflichtet, mit Bern Gespräche zu führen, um die Öffnung der Kirchenfür Gottesdienste im Beisein der Gläubigen zu beschleunigen. Ich glaube, dass wir mit den notwendigen Vorkehrungen zur Messe zurückkehren können. Wir werden sehen.
Haben wir in den letzten Wochen genug für unsere «spirituelle und mentale Gesundheit » getan?
Was die spirituelle Gesundheit betrifft, so kann jeder selbst eine Antwort geben. Für die psychische Gesundheit hat der Krisenstab eine Expertengruppe eingerichtet, die den Bürgern in schwierigen Zeiten hilft. Auch im Bereich des Schutzes häuslicher Gewalt haben unsere «Ableger » im Territorium – vor allem unsere Polizei – gute Arbeit geleistet.
Immer noch sind einige Grenzübergänge geschlossen, was für Grenzgänger lange nfahrtswege bedeuten kann. Können Sie die Kritik aus Italien an dieser Massnahme verstehen?
Ich kann diese in gewisser Weise nachvollziehen. Aber ich kann nicht verstehen, warum gewisse wirtschaftliche und politische Akteure in Italien fordern, dass die Schweiz ihre Grenzen noch mehr öffnen sollte, während der italienische Staat seine Grenzen vollständig geschlossen hält. In beiden Fällen handelt es sich um Massnahmen zum Schutz vor einer Ausbreitung der Ansteckung mit dem Virus. Jedes Land entscheidet über die besten Lösungen. Die Grenzgänger sollten sich nicht beschweren – und ich glaube, das tun sie auch nicht -, wenn sie etwas länger warten müssen. Denn so werden Kontrollen gewährleistet, die letztlich auch ihnen zugutekommen, aber vor allem der Bevölkerung des Tessins und damit dem Gebiet, das ihnen Arbeit gibt,
Die Coronakrise hat deutlich gemacht, wie wichtig die Präsenz von Grenzgängern für das Gesundheitssystems im Tessin ist. Welche Auswirkungen wird diese Krise auf das Verhältnis zwischen den Tessinern und den Grenzgängern haben?
Wenn jemand auf diese Notlage warten musste, um zu verstehen, dass das schweizerische Gesundheitssystem – und nicht nur das Tessiner – stark vom Ausland abhängig ist, hat er offenbar in denletzten 30 Jahren nicht in der Schweiz gelebt. Ich hoffe einfach, dass diese Krise viele Menschen dazu bringt, unser Verhältnis zu den Grenzgängern zu überdenken. Ist der Grenzgänger immer unentbehrlich? Gibt es keine Einwohner im Tessin, welche eine Stelle von Grenzgängern besetzen könnten?
Im September werden wir über die SVP-Begrenzungsinitiative abstimmen. Glauben Sie, dass die Coronakrise Auswirkungen auf diese Abstimmung auf das Abstimmungsverhalten der Tessiner haben wird?
Ich denke, sie wird Konsequenzen für die ganze Schweiz haben. Wir sollten die Tessinerinnen und Tessiner nicht immer als eine separate Einheit sehen, die sich vom Rest unserer Schweizer Mitbürger unterscheidet. Eine Krise legt den Fokus auf die Stärke der einzelnen Länder, auf die Autonomie und Fähigkeit, das Wohl der eigenen Bürgerinnen und Bürger zu fördern und zu garantieren. Sie hinterfragt die – positiven und negativen – Folgen einer massiven Präsenz von Ausländern in der Schweiz und die Wirksamkeit unseres Sozial- und Wirtschaftssystems. Die Belastbarkeit eines Systems hängt auch von seiner Fähigkeit ab, die Einwanderung zu steuern und nicht zu sehr von Dritten abhängig zu sein. Welche Ziele haben Sie sich für Ihr Präsidentschaftsjahr gesetzt?
Das ganze Jahr über werden wir mit den Folgen der Coronakrise konfrontiert sein, die nach der gesundheitlichen eine wirtschaftliche, soziale und finanzielle Krise ausgelöst hat. Die Förderung der Zusammenarbeit und des Dialogs zwischen den institutionellen Ebenen wird von entscheidender Bedeutung sein. Heute bauen wir unsere Zukunft auf. Ich werde hart daran arbeiten, das Engagement der Regierung in allen Bereichen zu koordinieren. Ich will die Schwierigkeiten nicht verstecken; wir müssen alle gemeinsam Reife und Verantwortung zeigen. Wir fordern dies und haben es von unseren Mitbürgern gefordert: Deshalb müssen wir als erste ein Beispiel geben.

Zur Person
Norman Gobbi (43) wurde im April 2011 erstmals zum Staatsrat des Kantons Tessin gewählt. Seither leitet er das Kantonale Departement für Inneres, Justiz und Polizei (Dipartimento delle istituzioni). Er ist Exponent der Bewegung Lega dei Ticinesi. Im November 2015 wurde er von der SVP Schweiz offiziell als Bundesratskandidat lanciert, unterlag aber bei den Wahlen im Dezember 2015 Guy Parmelin. Gobbi ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit seiner Familie in Airolo.
Internet: www.normangobbi.ch